Donnerstag, September 23, 2021
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Newsblog zu Covid-19 Drosten: Pandemie endet bald regional – aber nicht in Deutschland

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In einigen Regionen könnte die Pandemie bald endemisch werden, glaubt Christian Drosten. Warum das in Deutschland noch dauern wird, gibt der Virologe eine Einschätzung. Alle Infos im Newsblog.

In Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als vier Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts starben 92.769 Menschen. Mehr zu den aktuellen Zahlen lesen Sie hier. Im Zuge der Ende 2020 begonnenen Impfkampagne haben inzwischen 66,7 Prozent der Bundesbürger mindestens eine Impfdosis erhalten, 62,4 Prozent sind vollständig geimpft (Stand 15.09.2021).

Die Corona-Pandemie entwickelt sich zur Endemie, wie der Virologe Christian Drosten in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärte. Einige Länder könnten laut Drosten bereits in diesem Herbst und Winter in die Endemiephase eintreten – “Großbritannien gehört wohl dazu, Deutschland heute nicht.” Zur Begründung sagte er, dass hierzulande weit weniger Menschen mit dem Virus infiziert seien als in Großbritannien, und die Impfrate deutlich niedriger sei. Dies führt zu einer Immunitätslücke, die zu groß ist, um unbesorgt in den Winter zu gehen.

Eine Pandemie wird endemisch, wenn eine ausreichend große Anzahl von Menschen in einer Bevölkerung geimpft ist – entweder durch Impfung oder überstandene Infektion. Das Virus zirkuliert dann weiter, muss aber nicht mit harten Gegenmaßnahmen unter Kontrolle gehalten werden.

Für Großbritannien erwartet Drosten in diesem Winter die erste “Post-Infektion”, wie er die Infektion nach erfolgter Impfung nennt – in Deutschland ist es davon noch weit entfernt. Diese Nachinfektion ist jedoch ein notwendiger Schritt in Richtung einer endemischen Krankheit.

„Ich gehe davon aus, dass sich Sars-CoV-2 langfristig wie die anderen endemischen Coronaviren verhalten wird“, so Drosten weiter. Diese haben sich allmählich abgeschwächt und verursachen in den allermeisten Fällen nur noch leichte Erkältungen. Aber er könne sich nicht sicher sein, dass es bei Sars-Cov-2 “genauso wenig wie bei allen anderen Wissenschaftlern” passieren würde.

Die Zahl der Todesfälle in der Europäischen Union liegt noch immer über dem Durchschnitt der Vorjahre – aber nur knapp. Im Juli dieses Jahres starben nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Statistischen Amtes Eurostat mit Sitz in Luxemburg gut vier Prozent mehr Menschen als im gleichen Zeitraum der Jahre vor der Corona-Pandemie. Die Auswertung zeigt nicht, wie viele Menschen tatsächlich an einer Corona-Infektion gestorben sind. Die Daten differenzieren nicht nach Todesursachen und differenzieren nicht nach Geschlecht oder Alter.

Der Analyse zufolge entwickelten sich die Zahlen in Deutschland ähnlich wie in der EU, wobei die Übersterblichkeit tendenziell unter dem EU-Durchschnitt liegt. Im Juli 2021 waren es gut zwei Prozent. Der Spitzenwert hierzulande mit 30 Prozent über den Vergleichswerten wurde den Angaben zufolge im Dezember 2020 erreicht.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht will mehr Therapiemöglichkeiten für junge Menschen schaffen. „Seit Beginn der Pandemie haben Kinder und Jugendliche viel auf sich genommen, sie leiden unter Ängsten, Einsamkeit und Bewegungsmangel“, sagt Lambrecht in Berlin.

Die harten Zeiten der Lockdowns wirken weiter nach. Freie Plätze für Psychotherapie sind schwer zu finden, das muss sich ändern. „Das ist eine Aufgabe, der wir uns stellen müssen. Es ist sehr wichtig, dass Eltern, Kinder und Jugendliche diese Möglichkeit haben, Plätze zu finden.“ Finanzielle Hilfen, Budgeterhöhungen und eine Ausweitung der Vorsorgeuntersuchungen sind möglich.

Nach dem Willen der Bundesregierung soll die Rolle der Schulen in der Pandemie mittels einer Studie genauer untersucht werden. „Die Bundesregierung strebt eine mit der Corona-Kita-Studie vergleichbare Studie für den Schulbereich an“, heißt es in einem gemeinsamen Bericht der Gesundheits- und Familienministerien des Bundes, mit dem sich das Bundeskabinett am Mittwoch befasst hat.

Bei der geplanten Schulstudie soll der Wirksamkeit von Infektionsschutzmaßnahmen an den Einrichtungen und auch der Belastung der Schulkinder Rechnung getragen werden. In den Kitas läuft seit letztem Jahr eine größere Studie, die vom Deutschen Jugendinstitut und dem Robert-Koch-Institut durchgeführt wird. Sie erforscht, welche Rolle Kinder und Kitas bei der Verbreitung von Corona spielen.

Die Europäische Union will 200 Millionen weitere Corona-Impfdosen für ärmere Länder spenden. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in ihrer zweiten Rede zur Lage der Union in Straßburg mit. Von der Leyen sprach von einer “Investition in Solidarität und einer Investition in die globale Gesundheit”.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Die EU will weitere 200 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden.  (Quelle: Reuters / YVES HERMAN)Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Die EU will weitere 200 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden. (Quelle: YVES HERMAN / Reuters)

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