Donnerstag, August 11, 2022
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Niederlande kündigen Notfallplan wegen Wasserknappheit an

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In den Niederlanden wächst die Sorge, dass Wasser angesichts der anhaltenden Dürre immer knapper wird. Vor allem die Landwirtschaft muss schon sparen. Die Regierung hat nun einen Notfallplan in Kraft gesetzt.

Aufgrund der anhaltenden Dürre und ihrer Auswirkungen trifft die niederländische Regierung Vorsichtsmaßnahmen. Sie initiierte einen Notfallplan, um eine Verschärfung der Wasserknappheit möglichst zu verhindern.

Ein zentraler Krisenstab soll fortan die Verteilung der Wasservorräte übernehmen und Maßnahmen zum Umgang mit der Wasserknappheit vorschlagen. Das kündigte Mark Harbers, der niederländische Minister für Infrastruktur und Wasserwirtschaft an – und warnte:

Die Trinkwasserversorgung sei weiterhin gesichert, betonte Harbers. Doch die Dürre macht sich bereits bemerkbar, etwa in der Schifffahrt oder der Landwirtschaft. Neben den zu geringen Niederschlägen wirken sich die Dürreperioden in den südlichen Ländern Europas auch auf die Niederlande aus, da Flüsse, die aus diesen Gebieten in die Niederlande fließen, weniger Wasser führen.

In mehreren niederländischen Regionen wurden daher bereits Beschränkungen für Landwirte verhängt. Sie dürfen ihre Felder nicht mehr so ​​intensiv wie gewohnt bewässern. Mehrere Flussfähren mussten den Betrieb einstellen, weil der Wasserstand zu niedrig war. Und in Amsterdam müssen mechanische Brücken mit Wasser bei hohen Temperaturen besprüht werden, um zu verhindern, dass sie sich ausdehnen und blockieren.

Wenn die Dürre anhält, müssen möglicherweise umfassendere Maßnahmen ergriffen werden, sagte Minister Harbers. Der Fokus liegt hier vor allem auf dem Naturschutz und dem Schutz der Deiche. Immerhin sind rund 60 Prozent der Niederlande durch Deiche, Dämme und Dünen geschützt. 30 Prozent des Landes liegen unter dem Meeresspiegel und werden durch Deiche und ein System aus Pumpen, Kanälen und Mühlen trocken gehalten.

Harbers forderte die Bevölkerung daher auch auf, den eigenen Wasserverbrauch möglichst einzuschränken: „Jeder kann etwas beitragen. Deshalb bitte ich alle Niederländer, sich genau zu überlegen, ob sie ihr Auto waschen oder das Planschbecken komplett füllen müssen.“

Die teils hohen Temperaturen und wenig Niederschlag machen sich in diesem Sommer europaweit bemerkbar. Waldbrände haben in mehreren Ländern wie Griechenland und Frankreich massive Zerstörungen angerichtet. Auch in Sachsen und Brandenburg brachen Waldbrände aus. Spanien und Portugal meldeten Hunderte von mutmaßlichen Hitzetoten und Großbritannien ging zum ersten Mal wegen der Hitze in Alarmbereitschaft.

Angesichts solcher Entwicklungen will die EU-Kommission die Mitgliedsstaaten dazu bewegen, mehr für das Wassersparen zu tun. Ein Punkt hier: Die Länder sollten verstärkt recyceltes Wasser verwenden, zum Beispiel zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen. Nach Angaben der Kommission werden derzeit in der EU jährlich 40 Milliarden Kubikmeter Abwasser behandelt, aber nur 964 Millionen Kubikmeter wiederverwendet.

EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius warnte: „In Zeiten beispielloser Temperaturspitzen müssen wir die Wasserverschwendung stoppen und diese Ressource effizienter nutzen.“ Deshalb hat die EU-Kommission jetzt Richtlinien erlassen, mit denen die Nutzung von recyceltem Abwasser gesteigert werden soll. Eigentlich sollte eine neue EU-Verordnung zur Wassernutzung erst im kommenden Juni in Kraft treten.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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