Dienstag, Januar 31, 2023
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NRW-Innenminister zu Vorwürfen Reul will Polizeibilder aus Lützenrath "Schau genau"

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NRW-Innenminister Reul sagte, in Lützenrath seien nicht massenweise „wahnsinnige Polizisten“ gegen die Klimademonstranten unterwegs. Der Darstellung, die Mehrheit der Einsatzkräfte habe sich unverhältnismäßig gewalttätig verhalten, widerspricht er, will aber einzelne Fälle genau unter die Lupe nehmen.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul hat die Polizei bei der Anti-Kohle-Demonstration bei Lützerath am Samstag gegen Vorwürfe unverhältnismäßiger Gewaltanwendung verteidigt. Die Polizei arbeite „hochprofessionell“, sagte Reul am Abend in der ARD-Talkshow „Anne Will“.

Er wird jeden Fall unangemessener Polizeigewalt untersuchen lassen. „Wir haben im Internet ein oder zwei Filme gesehen, in denen wir dachten: ‚Das sieht nicht gut aus.‘ Das werden wir uns genau ansehen, wir haben vorsorglich auch Strafanzeige erstattet, weil ich denke, dass das geprüft werden muss, das habe ich in den letzten Jahren immer so gemacht, und so wird es auch jetzt gemacht. “ Aber es ist nicht so, dass es auf der Demo massenhaft „verrückte Polizisten“ gab. Er hätte sich gewünscht, dass sich die Organisatoren der Demo klar von Gewalt distanzieren, doch dazu kam es nicht.

Klimaaktivistin Luisa Neubauer widersprach dem und warf der Polizei in der Sendung einen unverhältnismäßig gewalttätigen Einsatz vor. „Es sah in keiner Weise professionell aus“, sagte sie. Neubauer wies darauf hin, dass nach Angaben eines Sanitäters der Demonstranten viele Menschen durch die Polizei schwer verletzt worden seien. Der Protest dagegen verlief friedlich. Die Demonstration richtete sich gegen den Abriss des Dorfes Lützerath westlich von Köln und das Ausbaggern der darunter liegenden Kohle.

Nach den Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten warfen sich beide Seiten gegenseitig Gewalt vor. Ein Polizeisprecher sagte, seit Beginn der Räumung von Lützerath am Mittwoch seien mehr als 70 Polizisten verletzt worden, die meisten davon während der Demo am Samstag. Die Verletzungen seien nur zum Teil auf Gewalt von Demonstranten zurückzuführen. Einige der Beamten verstauchten sich zum Beispiel auch die Knöchel im schlammigen Boden. Seit Mittwoch seien rund 150 Strafverfahren wegen Widerstands gegen Polizisten, Körperverletzung und Landfriedensbruch eingeleitet worden, sagte der Polizeisprecher. Einzelne Demonstranten griffen den Angaben zufolge am Samstag auch Polizeiautos an und warfen Pyrotechnik in Richtung der Beamten.

Der Organisator der Demo und Sprecher der Lützerather Aktivisten warf der Polizei hingegen exzessive Gewalt vor. Während der Demo habe es „ein unglaubliches Maß an Polizeigewalt“ gegeben, sagte eine Sprecherin von „Lützerath Lives“. Eine Sprecherin des Sanitätsdienstes der Demonstranten sagte, am Samstag sei eine „hohe zwei- bis dreistellige Zahl“ von Teilnehmern verletzt worden. Darunter waren viele Schwer- und einige Schwerverletzte. Die Verletzungen wurden zum Teil durch Pfefferspray, Schlagstöcke und Faustangriffe der Polizei verursacht. Es gab viele Kopfverletzungen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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