Montag, Januar 30, 2023
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Nüchternes Trinken als Lebensstil Alkoholfreier Sekt schmeckt immer besser

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Das Bedürfnis nach einem gesunden Lebensstil erhöht auch die Nachfrage nach alkoholfreiem Sekt. Gleichzeitig verbessern moderne Technologien der Entalkoholisierung den Geschmack dieses Schaumweins. Es gibt sogar einen Trend zur Premiumisierung.

Ob Empfang, Jubiläum oder festliches Essen: Wenn in Deutschland die Sektkorken knallen, wird immer häufiger auch alkoholfreier Sekt verwendet. Das Angebot von Weingütern, Winzergenossenschaften und gewerblichen Kellereien an entalkoholisierten Sekten hat sich in den letzten Jahren deutlich vergrößert, sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. Dieser Trend setzt sich laut Industrie mit dem Trend zu bewusster Ernährung und einem zumindest punktuell alkoholfreien Lebensstil wie dem „Trockenen Januar“ fort.

Mit rund 23 Millionen Flaschen lag der Absatz von alkoholfreiem Sekt im Jahr 2021 deutlich über dem von entalkoholisiertem Wein (5 Millionen Flaschen); die Zahlen beziehen sich hauptsächlich auf den Lebensmitteleinzelhandel. Büscher gibt die alkoholfreie Variante mit sechs Prozent Anteil an den in Deutschland konsumierten Schaumweinen an. Der Verband Deutscher Sektkellereien (VDS) geht nach internen Erhebungen für das Jahr 2021 von einem Marktanteil von rund fünf Prozent und einem Umsatzplus von 7,3 Prozent gegenüber 2020 aus. „Der Trend ist kontinuierlich steigend, ebenso wie die Markenvielfalt in dieser Nische Segment“, sagt VDS-Geschäftsführer Alexander Tacer. Zahlen für 2022 liegen noch nicht vor.

„Auch im Markt für alkoholfreie Sekte sind wir mit all unseren Kernmarken aktiv. Das Segment wächst stetig und auch international gibt es eine steigende Nachfrage“, sagt Jan Rock, Sprecher von Henkell Freixenet. „Die Deutschen lieben Sekt und haben dementsprechend die Nase vorn, wenn es um alkoholfreien Sekt geht.“ Die Sektmanufaktur Strauch im rheinland-pfälzischen Osthofen begann vor rund fünf Jahren mit der Herstellung von alkoholfreiem Sekt, als die geschäftsführende Gesellschafterin schwanger war. „Die Vermarktung war am Anfang sehr schwierig“, erinnert sich Isabel Strauch-Weissbach. Alkoholfreie und vegane Bio-Schaumweine machen mittlerweile 20 Prozent des Rheinhessen-Sortiments aus.

Laut einer repräsentativen Studie der Hochschule Geisenheim und des VDS vom Oktober 2022 haben rund 44 Prozent der Verbraucher bereits alkoholfreien Sekt probiert. Besonders beliebt ist es bei jüngeren Menschen unter 30 Jahren. Und: „Frauen sind mit 54 Prozent deutlich experimentierfreudiger als Männer.“

„Cool Sober Drinking – der bewusste alkoholfreie Genuss – entwickelt sich derzeit zum Lifestyle“, sagt Marketingleiterin Cathrin Duppel von der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH. Laut einer Yougov-Umfrage im vergangenen Sommer sagte fast die Hälfte der Menschen in Deutschland kategorisch „Nein“ zu alkoholhaltigen Getränken. Die Alkoholablehnung ist bei jungen Erwachsenen besonders hoch. Der beim Alkoholkonsum oft angestrebte Stimmungsumschwung sei nicht mehr so ​​oft erwünscht, sagt Duppel.

Ist der Geschmack auch ein Argument fürs Servieren? „Durch den Einsatz neuer Technologien und Prozessoptimierungen hat sich der Geschmack entalkoholisierter Weine und Schaumweine in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt“, berichtet Büscher. „Auch in diesem Segment ist neuerdings ein Trend zur Premiumisierung zu beobachten.“ Auch Duppel sieht einen deutlich besseren Geschmack als in den Anfangsjahren, ergänzt aber: „Die Kategorie ist nicht ganz so weit fortgeschritten wie beim Bier.“ Strauch-Weissbach sagt: „Wenn man sie nebeneinander trinkt, schmeckt man den Unterschied.“ Aber wer zuerst den Alkoholfreien trinkt, schmeckt „eine sehr, sehr gute Alternative“.

„Die Entalkoholisierung der Weine erfolgt heute sehr schonend bei relativ niedrigen Temperaturen von weniger als 30 Grad Celsius per Vakuumdestillation oder in einer Zentrifugalkegelkolonne“, erklärt Büscher. Bei der Auswahl der Grundweine sind aromatische Rebsorten und gute Qualität gefragt, damit der fehlende Alkohol ausgeglichen werden kann. „Denn Alkohol ist ein Geschmacksträger, wie das Fett in Lebensmitteln.“

Der Schaumwein hat gegenüber dem Wein einen Vorteil: „Bei den Schaumweinen ohne Volumenanteil gleicht die Kohlensäure den fehlenden Alkohol ganz gut aus“, sagt Büscher – und erklärt: „Entalkoholisierte Schaumweine entstehen durch Zugabe des Alkohols zu einem Wein, der durch die Gärung des Zuckers entstanden ist, entzieht ihm wieder und fügt dem entalkoholisierten Wein Kohlensäure hinzu. Laut Weingesetz muss alkoholfreier Sekt als „schäumendes Getränk aus alkoholfreiem Wein“ gekennzeichnet sein und der Alkoholgehalt darf weniger als 0,5 Volumenprozent betragen.

Duppel ist stolz auf die spezielle „Spinning Cone Technology“ ihres Unternehmens. Durch die Erhitzung im Vakuum bleibt das Bukett an der Wand haften und kann so vor der Entalkoholisierung abgetrennt werden. Mit dieser Methode will Rotkäppchen in diesem Jahr einen Sekt mit 0,0 Prozent Alkohol erreichen. Das ist manchen Verbrauchern zu streng, ermöglicht aber auch die Erschließung anderer Zielgruppen wie Schwangere.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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