Freitag, Juni 24, 2022
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Özdemir und Lauterbach über Gespräche in der Ukraine

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Landwirtschaftsminister Özdemir und Gesundheitsminister Lauterbach reisten zu Gesprächen in die Ukraine. Özdemir sagte bei seinem Besuch in Kiew ukrainischen Bauern Unterstützung zu. Lauterbach will mehr medizinische Hilfe anbieten.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir traf seinen Amtskollegen Mykola Solskyj in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu Gesprächen. Özdemir werde mit Solskyj unter anderem über globale Ernährungssicherung sprechen, sagte ein Ministeriumssprecher. Dafür suche man nach sicheren Wegen für Agrarexporte, hieß es. Deutschland setzt sich auch auf andere Weise dafür ein, ukrainische Getreideexporte zuzulassen, da die üblichen Exporte über Schwarzmeerhäfen vorerst blockiert sind.

Anschließend will der Grünen-Politiker Höfe besuchen, um sich ein Bild von der Situation auf den Höfen und den aktuellen Bedürfnissen der ukrainischen Landwirtschaft zu machen. „Wir wollen darüber reden, wie wir der ukrainischen Landwirtschaft helfen können, aber natürlich geht es auch darum, Solidarität zu zeigen“, sagte Özdemir.

Vor seiner Reise sagte Özdemir der „Rheinischen Post“, bei seinem Besuch gehe es „um die Anerkennung der ukrainischen Bauern. Sie leisten Übermenschliches, indem sie ihr Land verteidigen und gleichzeitig die Versorgung der Ukraine und der Welt mit Nahrungsmitteln sicherstellen“. Ihm persönlich ist es wichtig, sich in schwierigen Zeiten mit den Ukrainern solidarisch zu zeigen. Özdemir sagte, es müsse sichergestellt werden, dass die Ukraine nach dem Krieg so schnell wie möglich wieder Fuß fasse.

„Der Kampf, den die Menschen in der Ukraine führen, sie kämpfen im Namen aller Menschen auf der Welt, die an Demokratie und Menschenrechte glauben und nicht glauben, dass die Zukunft von autoritären Herrschern wie Herrn Putin bestimmt wird.“ fügte der Grünen-Politiker hinzu. „Und dann geht es natürlich auch darum zu zeigen, dass die Ukraine lebt, die Ukraine leben wird.“

Der Krieg hat zu angespannten globalen Agrarmärkten und steigenden Preisen geführt und lässt in einigen Ländern auch Bedenken hinsichtlich der Ernährungssicherheit aufkommen. Denn die Ukraine ist ein bedeutender Exporteur von Weizen, unter anderem vor allem nach Nordafrika und Asien. Nach Angaben der Regierung in Kiew können mehr als 23 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten aufgrund von Blockaden der Schwarzmeerhäfen durch Russland nicht exportiert werden.

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) reiste in die Ukraine, nach Lemberg im Westen des Landes. Dort versprach er der Ukraine Unterstützung bei der Versorgung der Schwerverletzten. „Die Ukraine braucht humanitäre Hilfe genauso dringend wie unsere militärische Unterstützung“, sagte Lauterbach laut einer Mitteilung seines Ministeriums. Lauterbach wurde von seinem ukrainischen Amtskollegen Viktor Ljaschko empfangen.

Bei seinem Besuch nahm der Minister auch an einer Geberkonferenz zum Aufbau eines Rehabilitationszentrums für Kriegsversehrte teil. Er wollte auch mehrere Krankenhäuser besuchen. Ziel ist es, die Ukraine beim Aufbau von Traumazentren für Verletzte, bei der Versorgung mit Prothesen und beim Einsatz deutscher Ärzte zu unterstützen.

„Kinder treten auf Minen und verlieren Gliedmaßen“, erklärte der Minister. „Wohnblöcke werden beschossen, auch unschuldige Zivilisten und Kinder werden schwer verletzt. Die humanitären Folgen dieses barbarischen Angriffskrieges gegen die Menschen in der Ukraine sind unermesslich.“ Deshalb leistet Deutschland auch gezielt Hilfe bei der Gesundheitsversorgung von Menschen, „die schwere Verbrennungen erlitten haben, ihre Beine oder Arme verloren haben und wichtige Medikamente benötigen“.

Unterdessen gehen die heftigen Kämpfe in der Donbass-Region in der Ostukraine weiter. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach gestern in seiner abendlichen Videobotschaft von positiven Nachrichten aus der südöstlichen Region Saporischschja. Dort gelang es den ukrainischen Streitkräften, russische Truppen abzuwehren. Darüber hinaus rückt das ukrainische Militär in die Region Charkiw vor. Ein Schwerpunkt der Kämpfe liegt nach wie vor in der Stadt Sievjerodonetsk. Dort liefern sich ukrainische und russische Soldaten erbitterte Häuserkämpfe.

Auch die Nachbarstadt Lysychansk soll von der ukrainischen Armee weiter befestigt werden. Die Region ist der letzte noch nicht von Russland kontrollierte Teil der Region Lugansk.



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