Samstag, Mai 14, 2022
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Offenbar wurde der Angriff auf eine Schule in Essen verhindert

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Die Polizei nahm einen 16-Jährigen fest, der offenbar an seiner Schule Straftaten begehen wollte. Die Polizei fand Bombenzubehör in seinem Zimmer. Zwei Schulen wurden geschlossen und durchsucht.

Es war eine ereignisreiche Stunde: Die Polizei in Essen war bis Donnerstagnachmittag an zwei Schulen im Einsatz. Mehr als 100 Polizisten durchsuchten das Gebäude. Spürhunde halfen bei der Suche nach Sprengkörpern. Sowohl das Don-Bosco-Gymnasium als auch die Realschule am Schloss Borbeck waren den ganzen Tag geschlossen.

Die Ermittlungen laufen laut Polizei seit Mittwochabend. Es hatte Hinweise gegeben, dass ein 16-jähriger Schüler Bomben in den Schulen versteckt haben könnte. Aus diesem Grund stürmte und durchsuchte ein SEK-Team am frühen Donnerstagmorgen eine Wohnung in der Nähe des Gymnasiums. Dort lebt der 16-Jährige mit seinen Eltern. Der Student wurde in seinem Zimmer festgenommen und seitdem verhört.

Wie NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittag bestätigte, steht der Jugendliche unter dringendem Verdacht, einen Anschlag geplant zu haben. Der 16-Jährige soll einem Mitschüler erzählt haben, er wolle Bomben in der Schule verstecken. Nach WDR-Informationen drohte er damit, dass sie alle bald sterben würden. Der Mitschüler ging daraufhin am Mittwoch zur Polizei.

Das Zimmer des 16-Jährigen wurde von der Polizei durchsucht. Die Ermittler entdeckten selbstgebaute Schusswaffen und Zubehör für den Bombenbau. Nach Angaben von Innenminister Reul wurde unter anderem eine Armbrust beschlagnahmt, außerdem 16 Rohrkörper, an denen Uhren befestigt waren, und „Sprengstoffgemische“.

Einige der Pfeifenkörper waren mit Nägeln präpariert worden. „Inwieweit das alles funktioniert hätte, wird jetzt untersucht“, sagt Reul. Die Polizei beschlagnahmte zudem „fremdenfeindliches und rechtsextremes Material“. Darunter fallen zum Beispiel rechtsextreme, antisemitische und antimuslimische Dokumente.

Laut Innenminister Reul gibt es Hinweise auf psychische Probleme und Suizidgedanken des 16-Jährigen: „Die gefundenen Unterlagen können als Hilferuf eines jungen Mannes gelesen werden.“

Der 16-Jährige und seine Eltern wurden den ganzen Tag über verhört. Laut Polizei ist der Junge noch nicht auffällig geworden. Auch in kommunalen Einrichtungen ist die Familie nicht bekannt. Eine Lehrerin bestätigte dem WDR, dass die Schülerin stets unauffällig gewesen sei. Also hat er sich in letzter Zeit ein bisschen verändert.

Der stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Joachim Stamp (FDP), teilte am Morgen auf Twitter mit, es handele sich um einen mutmaßlichen Nazi-Terroranschlag. Seit Bekanntgabe der Durchsuchungen gab es viele Gerüchte.

Die betroffenen Schulen zeigten sich schockiert: „Die Schulgemeinschaft ist schockiert und bestürzt über den offenbar geplanten Anschlag“, heißt es auf der Website des Don-Bosco-Gymnasiums. Die Schule hat beschlossen, am Freitag geschlossen zu bleiben.

Auch die Eltern sind geschockt. „Gott sei Dank ist es nicht passiert. Das ist ziemlich nah, wenn man bedenkt, was hätte passieren können“, sagte Michael Könen, Vorsitzender des Schulausschusses, dessen Tochter gerade ihr Abitur macht.

Der festgenommene Jugendliche war zuvor Schüler der Realschule, war aber kürzlich auf das Gymnasium gewechselt. Daher sind beide Schulen gleichzeitig betroffen. Die Schulgebäude wurden bis zum Nachmittag durchsucht. Aber es wurde nichts gefunden.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt nun wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und wegen Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz. Ob gegen den Jugendlichen Haftbefehl erlassen wird, soll bis Freitagvormittag entschieden werden.

Diese: wdr.de



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