Donnerstag, Dezember 1, 2022
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Opfer sollen gestärkt werden Politiker erinnern an den Brandanschlag in Mölln vor 30 Jahren

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Am 23. November 1992 werfen Neonazis zwei Brandsätze in ein Haus in Mölln, in dem türkischstämmige Menschen leben – drei Menschen sterben. 30 Jahre später gedenken Landes- und Bundespolitiker der Opfer. Der Umgang mit Hinterbliebenen soll in Zukunft anders sein.

30 Jahre nach dem rassistischen Brandanschlag in Mölln, bei dem drei Menschen starben, wurde in Schleswig-Holstein an die damaligen Ereignisse erinnert. Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser meldete sich zu Wort und forderte ein hartes Vorgehen gegen „rassistische Hetze und Gewalt“. „Die Aktion der Rechtsextremen in Mölln kam nicht aus dem Nichts, die Hetze gegen Menschen anderer Herkunft hat ihr den Boden bereitet“, schrieb Faeser. Die drei getöteten Opfer „werden nicht vergessen“, fügte sie hinzu. Rassistische Hassreden müssen „entschlossen“ bekämpft werden.

In der Nacht zum 23. November 1992 warfen junge Neonazis Brandsätze in zwei Wohnhäuser im schleswig-holsteinischen Mölln, in denen türkischstämmige Menschen lebten. Drei Menschen starben, darunter zwei junge Mädchen. Neun weitere Personen wurden verletzt. Das Verbrechen löste einen großen Schock aus. Es war Teil einer Welle rassistischer Übergriffe und Ausschreitungen nach der Wiedervereinigung. Die damalige Debatte in Deutschland war geprägt von Auseinandersetzungen um die Asylpolitik und den Zuzug von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem gerade auseinanderbrechenden Jugoslawien. Wenige Monate vor der Tat in Mölln kam es in Rostock-Lichtenhagen zu einem fremdenfeindlichen Pogrom, wenige Monate später starben fünf türkischstämmige Menschen bei einem rechtsextremen Brandanschlag im nordrhein-westfälischen Solingen.

Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in Mölln fand an den Orten der Anschläge ein interreligiöser Gottesdienst und eine Kranzniederlegung statt. Kulturstaatsministerin Claudia Roth forderte einen verstärkten Kampf gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit. Gleichzeitig forderte sie eine andere Form des Gedenkens an rechtsextremistische Übergriffe, um das Bewusstsein für das Leid der Opfer und Betroffenen zu schärfen. „Es darf nicht sein, dass Angehörige und Opfer um das Erinnern und nicht um das Vergessen kämpfen müssen“, fügte der Grünen-Politiker hinzu.

Faruk Arslan, der Überlebende, erinnerte daran, dass der Umgang der Politiker mit der Trauer der Angehörigen und Opfer von Anfang an kritisiert worden sei. „Wir wollten unsere Stimme mit ihnen erheben, nicht gegen sie.“ Es gehe nicht nur darum, das Geschehene aufzuarbeiten und die Familien der Opfer einzubeziehen, sagte der Überlebende Ibrahim Arslan. Bei der schulischen Bildung muss die Perspektive der Betroffenen im Vordergrund stehen. Auch Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré betonte die Bedeutung der Opferperspektive in der Bildung. Dies sei auch Teil des staatlichen Aktionsplans gegen Rassismus, sagte sie.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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