Donnerstag, August 11, 2022
StartNACHRICHTENOpposition auf den Barrikaden Spanien beschließt strenge Energiesparmaßnahmen

Opposition auf den Barrikaden Spanien beschließt strenge Energiesparmaßnahmen

- Anzeige -


Laut Energiesparplan der Regierung dürfen öffentliche Einrichtungen in Spanien künftig auf mindestens 27 Grad gekühlt und im Winter auf maximal 19 Grad geheizt werden. Die EU-Unterstützung stößt auf der Iberischen Halbinsel auf wenig Widerstand.

Wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat die spanische Regierung „Dringlichkeitsmaßnahmen“ beschlossen, um Energie zu sparen und effizienter zu nutzen. Die konservative Opposition kündigte jedoch nur wenige Stunden nach der Ankündigung Widerstand an. Als erste reagierte die einflussreiche Regierungschefin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Isabel Díaz Ayuso, mit der Ankündigung eines Boykotts. Sie kündigte an, dass ihre Region den Maßnahmen nicht folgen werde. Premierminister Pedro Sánchez antwortete, dass das Gesetz in Spanien respektiert werden müsse.

Die auch von Wirtschaftsverbänden kritisierten Maßnahmen wurden in einer Kabinettssitzung am späten Montagabend beschlossen. Demnach dürfen alle öffentlichen Einrichtungen, aber auch Kaufhäuser, Kinos, Arbeitsstätten, Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen ihre Räumlichkeiten im Sommer auf mindestens 27 Grad kühlen und im Sommer auf maximal 19 Grad heizen Winter.

Nach Angaben der Regierung müssen die Beschlüsse des Königlichen Erlasses spätestens nach einer einwöchigen „Anpassungsfrist“ nach Veröffentlichung im Amtsblatt umgesetzt werden. Sie sollen bis zum 1. November 2023 in Kraft bleiben. Es handelt sich um ein erstes Maßnahmenpaket, das in einer „kritischen Lage“ notwendig ist. Europa braucht Spaniens Hilfe. „Es ist an der Zeit, Solidarität zu zeigen“, sagte Teresa Ribera, Ministerin für ökologischen Wandel.

Unter anderem müssen Geschäfte und Betriebe mit automatisierten Systemen, die bis zum 30. September installiert werden müssen, ihre Türen geschlossen halten, um je nach Jahreszeit das Entweichen von Wärme oder kühler Luft zu vermeiden. Auch die Beleuchtung in ungenutzten Büros, Schaufenstern und Denkmälern muss nach 22 Uhr abgeschaltet werden. Energieeffizienzprüfungen bestimmter Gebäude sollten vorgezogen werden. Die Privatwirtschaft forderte Ribera auf, die Arbeit von zu Hause aus zu verstärken.

„Madrid wird nicht abgeschaltet. Diese (Maßnahmen) schaffen Unsicherheit und schrecken Touristen und Verbraucher ab. Sie schaffen Dunkelheit, Armut, Traurigkeit“, schrieb Díaz Ayuso auf Twitter. Ihre konservative Volkspartei PP, die die Maßnahmen ursprünglich unterstützen wollte, vollzog nach Aussagen von Ayuso eine Kehrtwende. Die Begründung von Generalkoordinator Elías Bendodo: Die Zentralregierung habe zunächst von „Empfehlungen“ gesprochen und wolle die Maßnahmen nun per Dekret durchsetzen. Jede Region kann entscheiden, ob sie den Maßnahmen folgt oder nicht.

Andere PP-Sprecher kündigten eine Klage vor dem Verfassungsgericht an. Mit diesen und weiteren Maßnahmen, die nach der Sommerpause beschlossen werden sollen, will die spanische Regierung die Zusagen einlösen, die das Land im Rahmen des in den vergangenen Wochen vereinbarten europäischen Notfallplans eingegangen ist. Spanien soll den Gasverbrauch um sieben bis acht Prozent senken. Die Sanchez-Regierung lehnte wie andere zunächst den Notfallplan ab, genehmigte den Plan aber schließlich, nachdem sie Zugeständnisse gemacht hatte.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare