Freitag, Oktober 7, 2022
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Optimismus bei Lubmin Habeck sieht eine Chance, gut durch den Winter zu kommen

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Per Schiff angeliefertes Flüssiggas soll im vorpommerschen Lubmin angelandet werden, um russisches Pipelinegas zu ersetzen. Zudem soll die Küstenstadt auch zur Überwindung der Energiekrise beitragen. Wirtschaftsminister Habeck blickt bereits optimistisch in diesen Winter.

Deutschland hat laut Wirtschaftsminister Robert Habeck trotz des fehlenden russischen Gases eine Chance, „gut durch den Winter zu kommen“. Eine Chance – wiederholte der Grünen-Politiker vor Journalisten in Lubmin. Denn dafür muss in Deutschland viel gespart werden, und man brauche „ein bisschen Glück mit dem Wetter“.

Aber trotzdem: Laut eigener Aussage hätte er das vor ein paar Monaten nicht so gesagt. Damit diese Möglichkeit auch für den darauffolgenden Winter besteht, setzt die Bundesregierung unter anderem auf den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG). Auch LNG soll in Lubmin landen und russisches Erdgas ersetzen, das vor wenigen Wochen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 dorthin gelangte. Am heutigen Montag trafen sich Habeck und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Lubmin, um sich unter anderem über die LNG-Pläne auszutauschen.

Etwa 30 bis 40 Kilometer vor Lubmin in der Ostsee soll ein vom Bund gechartertes schwimmendes Terminal festgemacht werden und LNG von Tankern beziehen. Eine noch zu bauende Pipeline soll das Gas nach Lubmin bringen, von wo aus es über andere Pipelines verteilt wird. In der zweiten Hälfte des kommenden Jahres soll die Jahreskapazität von rund fünf Milliarden Kubikmeter Erdgas zur Verfügung stehen.

Bei der Presseveranstaltung fuhren Habeck und Schwesig auch an der Baustelle eines bereits weit fortgeschrittenen Projekts vorbei. Bereits im Dezember dieses Jahres will das Unternehmen Deutsche Regas hier LNG anlanden. Bagger haben das Hafenbecken für das schwimmende Terminal bereits vertieft. Zudem sehen laut Habeck die LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel gut aus für einen Start zum Jahreswechsel.

Habeck sagte, der Füllstand in den Gasspeichern nähere sich der 90-Prozent-Marke und der Preis sei in den vergangenen Wochen trotz fehlender russischer Lieferungen gesunken. Im Winter soll das Gas aus den Speichern bereitgestellt werden. „Das heißt aber auch, dass die Speicher am Ende des Winters wieder leer sind, in diesem Fall wirklich leer, weil wir das Gas verbrauchen.“ Dann heißt es schnell wieder speichern. Deshalb ist die geplante LNG-Anlandung in Lubmin wichtig.

Lubmin eignet sich besonders als Treffpunkt mehrerer Gasleitungen, wie Schwesig sagte. Diese Infrastruktur würde ohne die Pipeline Nord Stream 1 und die Pipeline Nord Stream 2, die nie in Betrieb genommen wurden, nicht existieren. Sie verteidigte sich erneut dafür, Nord Stream 2 in der Vergangenheit unterstützt zu haben. Es ging um billige Energie für ganz Deutschland. MV ist nicht schuld daran, dass in der Vergangenheit keine Energiebedarfsberechnung durchgeführt wurde oder andere Landesteile nicht besser angebunden waren.

Schwesig sagte, es bestehe kein Vertrauensverhältnis mehr zu Russland. Auf einen solchen Partner kann man sich nicht mehr verlassen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatte zuvor gesagt, dass aus seiner Sicht niemals Gas aus Russland durch Nord Stream 2 nach Deutschland fließen werde. Habeck sagte auch, er sehe „kein absehbares Szenario, in dem Nord Stream 2 eine Rolle für die Energiesicherheit in Deutschland spielen würde“. Bei einer Inbetriebnahme würde eine strategische Abhängigkeit von Russlands Präsident Wladimir Putin fortbestehen.

Dass nicht alle so russlandkritisch sind, zeigte ein Demonstrant mit russischer Flagge, der in dem Moment auf einer Pier in Lubmin stand, als Habeck und Schwesig während des Termins am Deck eines Ausflugsdampfers vorbeifuhren. Die Bundesregierung habe auch keine Pläne, die Kontrolle über die Pipeline zu erlangen, um sie für das LNG-Terminal zu nutzen, sagte Habeck. Theoretisch hätte man sich die Verlegung einer weiteren Leitung durch den Greifswalder Bodden – ein Naturschutzgebiet – sparen können.

Auch der Bau dieser Leitung und die noch ausstehenden Genehmigungen machen den angestrebten Zeitplan ambitioniert. Nach üblichen Maßstäben arbeite man hier „mit Lichtgeschwindigkeit“, sagte Habeck. Schwesig betonte, dass der Ausbau der Infrastruktur zweigleisig erfolgt. So soll er später für den klimafreundlicheren Energieträger Wasserstoff genutzt werden. Deutschland muss künftig ganz auf erneuerbare Energien setzen. „Denn eines ist ganz klar: Egal wo fossile Brennstoffe herkommen, wir sind abhängig von fossilen Brennstoffen, immer abhängig, weil wir sie selbst nicht haben.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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