Donnerstag, Januar 20, 2022
StartNACHRICHTEN"Ozapft" Am 17. September soll das Oktoberfest im Sommer nicht stattfinden

"Ozapft" Am 17. September soll das Oktoberfest im Sommer nicht stattfinden

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Die Idee klingt nach zwei Absagen verlockend: Das Oktoberfest 2022 findet pandemiebedingt im Sommer statt, weil die Fallzahlen gering sind. Doch ein Gremium stimmt nun dagegen. Organisatorische Gründe würden dies erschweren und zudem gegen die Tradition verstoßen.

Eine Verlegung des Oktoberfestes in den Sommer wegen Corona ist vom Tisch. Das habe ein fraktionsübergreifendes Gremium aus Stadträten und Vertretern der Verwaltung beschlossen, sagte der Festivalleiter und Münchner Wirtschaftsdezernent Clemens Baumgärtner. „Die Wiesn bleibt, wo sie ist, wann sie ist und wie sie ist.“ Über die Entscheidung hatte unter anderem der Bayerische Rundfunk berichtet.

Wie geplant soll es am 17. September „Ozapft is“ heißen – wenn es die Pandemie zulässt. Die endgültige Entscheidung soll laut Baumgärtner Anfang Mai fallen. Im vergangenen Jahr wurde das größte Volksfest der Welt wegen der Pandemie zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kamen vor Corona zum zweiwöchigen Volksfest nach München – Abstand halten ist in den oft vollen Bierzelten unmöglich.

Schon jetzt sei klar, dass – wenn es dieses Jahr ein Oktoberfest gebe – nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben sollen, sagte Baumgärtner. Das hat der Ausschuss am Freitag unterstrichen. Experten arbeiten derzeit daran, wie die Kontrollen tatsächlich stattfinden könnten – zum Beispiel digital über eine App. Aber ein Wiesnlicht soll es nicht geben. „Wir planen kein Cabrio-Oktoberfest oder ein verkleinertes Oktoberfest. Wir machen das Oktoberfest so, wie wir es immer hatten“, sagte Baumgärtner.

Die Hauptargumente gegen eine Verlegung der Wiesn waren organisatorische Gründe. Viele Präparate haben eine lange Vorlaufzeit. Unter anderem seit dem Jahreswechsel die Bewerbung von Gastwirten sowie Schaustellern und Marktkaufleuten, die auch auf anderen Volksfesten unterwegs sind und eventuell umplanen müssen. Zudem nehmen sich viele Helfer wie Kellner extra frei, um auf der Wiesn zu arbeiten – und könnten nicht ohne Weiteres zu einem anderen Termin kommen. Eine Versetzung birgt daher das Risiko eines Arbeitskräftemangels.

Baumgärtner begrüßte die Entscheidung vor allem mit Blick auf die Tradition. „Ein Umzug entzaubert die Wiesn und nimmt ihr ihren Charakter. Es ist nicht wie ein Popkonzert, das man einfach verschieben kann“, sagte Baumgärtner. „Die Wiesn ist ein historisches Ereignis und mir persönlich fällt es schwer, solche historischen Ereignisse zu verschieben.“ Dennoch wurde der Transfer geprüft, da viele ernsthaft den Wunsch dazu geäußert hatten. So hofften Beschicker beispielsweise, dass die Wiesn überhaupt stattfinden könne.

Die Debatte wird schon länger geführt, weil im Sommer mit geringeren Infektionszahlen zu rechnen ist. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger brachte die Idee ins Spiel. Er sagte Anfang Januar, dass die Corona-Situation im Sommer deutlich entspannter sei. „Deshalb sollten wir ernsthaft darüber nachdenken, Festivals mit größerem Andrang in den Sommer zu verlegen“, sagte er damals der „Bild“-Zeitung. Baumgärtner hatte zuletzt Vorbehalte geäußert, auch die Wiesn-Wirte waren skeptisch. Deren Sprecher Peter Inselkammer sagte Anfang Januar, er würde ein Oktoberfest am geplanten Termin vom 17. September bis 3. Oktober bevorzugen, mit Zutritt nur für Geimpfte und Genesene. „Es ist Tradition – es heißt Oktoberfest.“

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