Sonntag, Januar 23, 2022
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Pandemie in Polen: Corona-Rat wirft fast geschlossen ab

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Fast alle Corona-Berater der Regierung in Polen sind aus Protest zurückgetreten. Der Einfluss von Impfgegnern breite sich im Kabinett aus, beklagten die Experten in einem Schreiben. Ihre Empfehlungen wurden nicht berücksichtigt.

In Polen hat der Streit um die staatliche Corona-Politik zu einem offenen Skandal im ärztlichen Beirat der Regierung geführt. Dreizehn von siebzehn Mitgliedern haben den Ärzterat aus Protest gegen den wachsenden Einfluss von Impfgegnern verlassen.

Die Experten begründeten dies in einem Schreiben an Ministerpräsident Mateusz Morawiecki mit einer „mangelnden Einflussnahme“ ihrer Empfehlungen. „Gleichzeitig beobachten wir eine wachsende Toleranz gegenüber Gruppen, die die Bedrohung durch Covid-19 und die Bedeutung von Impfungen im Kampf gegen die Pandemie leugnen.“

Auch Regierungsmitglieder und andere hochrangige Mitarbeiter hätten die Risiken einer Corona-Infektion bestritten, heißt es in dem Schreiben, das von führenden Virologen, Epidemiologen und Intensivmedizinern unterzeichnet wurde. Nur vier Ratsmitglieder traten nicht bei.

Die Regierung habe „nur sehr begrenzte Maßnahmen“ ergriffen, um der Zunahme der Fälle im Herbst entgegenzuwirken, kritisierten die Berater. Das Kabinett habe es versäumt, „trotz der alarmierend hohen Zahl prognostizierter Todesfälle der Bedrohung durch die Omicron-Variante entgegenzutreten“.

Die Opposition wirft der nationalkonservativen PiS-Regierung seit langem vor, angesichts der vergleichsweise niedrigen Durchimpfungsrate auf drastische Maßnahmen zu verzichten, um Impfgegner in den eigenen Reihen nicht zu verprellen. Mehrere Abgeordnete der rechtsnationalistischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) haben sich in der Vergangenheit immer wieder gegen Corona-Impfungen ausgesprochen.

So gibt es beispielsweise noch keine gesetzliche Grundlage dafür, dass Betreiber von Restaurants, Hotels und Geschäften den Impfstatus ihrer Kunden abfragen können. Regelungen wie 2G (dh Zugang nur für Geimpfte und Genesene) oder 3G (dh auch für Getestete) sind in Polen unbekannt.

Der Rücktritt der Experten kam, nachdem das Land mit 38 Millionen Einwohnern heute die Schwelle von 100.000 Corona-Toten überschritten hatte. Derzeit sind 56,4 Prozent der Bevölkerung mindestens zweimal geimpft. Etwa 22 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung.



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