Dienstag, September 27, 2022
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Papst Franziskus in L’Aquila: Demut an einem symbolträchtigen Ort

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Der Papst besuchte die Stadt L’Aquila in den Abruzzen. Eigentlich sollte es um die Opfer des Erdbebens von 2009 gehen – doch Beobachter suchen vor allem nach Anzeichen eines Rückzugs.

Der Gottesdienst wurde vor der prächtigen Fassade der Basilika Santa Maria di Collemaggio gefeiert. Papst Celestine V ist in dieser Kirche begraben. Deshalb erhält diese Reise des Papstes in die Abruzzenstadt L’Aquila so viel Aufmerksamkeit. Denn Celestine hat sein Amt vor mehr als 700 Jahren niedergelegt. Als letzter Papst vor Benedikt XVI.

Seitdem wird er in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt. „Coelestine V. war ein mutiger Zeuge des Evangeliums“, sagte Papst Franziskus. „Er ließ sich nicht von der Logik der Macht gefangen nehmen und beherrschen. Wir bewundern in ihm eine Kirche, die frei von weltlicher Logik ist und bereit ist, die Barmherzigkeit Gottes voll und ganz zu bezeugen.“

Francis wird immer wieder gefragt, ob auch er sich einen Rücktritt vorstellen könne. Der Rücktritt eines Papstes sei keine „Katastrophe“, entgegnete er kürzlich. Solche Antworten befeuern Spekulationen. Auch Francis war bei seinem Besuch in L’Aquila auf einen Rollstuhl angewiesen. Aufgrund starker Knieschmerzen fällt ihm das Gehen schwer.

In seiner Predigt würdigte der Papst die Bescheidenheit, die Demut seines Vorgängers: „Wir erinnern uns fälschlicherweise an Cölestin als die Figur, die die ‚große Ablehnung‘ begangen hat, wie Dante es in seiner Göttlichen Komödie ausdrückte. Aber Cölestin V. war kein Mann.“ Nein, sondern ein Mann des Ja.“

Der langjährige Vatikan-Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters, Philip Pullella, hält die Spekulationen über einen möglichen Rücktritt für übertrieben: „Er hat seinen Rücktritt heute nicht angekündigt, und damit hat auch niemand gerechnet Sollte er in Zukunft aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht mehr in der Lage sein, die Kirche zu leiten, wird er ohne Zögern zurücktreten.“

2009 hat Papst Benedikt XVI. Besuchte L’Aquila. Auch im Hinblick auf den späteren Rücktritt des Papstes aus Deutschland galt dieser Besuch am Grab von Cölestin als symbolträchtig. Aber der entscheidende Grund für den Besuch war damals wie heute ein anderer. L’Aquila wurde von dem Erdbeben, das die Stadt am 5. und 6. April 2009 mitten in der Nacht erschütterte, schwer getroffen. Einige Gebäude wurden restauriert. Aber die Wunden sind noch da. Nicht nur im Stadtbild. 309 Menschen starben in dieser Nacht.

Giustino Parisse aus L’Aquila hat seine beiden Kinder verloren. „Paradoxerweise geben mir meine Kinder die Kraft, weiterzumachen“, sagt er. „Das Bewusstsein, dass sie nur in unseren Erinnerungen weiterleben. Und dann natürlich der Glaube, vor allem meine Frau ist sehr religiös.“

Vor dem Gottesdienst traf sich Papst Franziskus mit Angehörigen der Opfer dieses verheerenden Erdbebens und versicherte ihnen seine Nähe und seinen Respekt für ihr Durchhaltevermögen. „Ihr Leute von L’Aquila habt eine Widerstandskraft bewiesen, die es ermöglicht hat, den Schock des Erdbebens zu überstehen und sofort mit der mutigen und geduldigen Arbeit des Wiederaufbaus zu beginnen.“

Es ist ein ungewöhnlich arbeitsreicher Tag Ende August für Papst Franziskus. Nach der gestrigen Ernennung neuer Kardinäle und dem heutigen Besuch in L’Aquila hat der Papst alle Kardinäle der Weltkirche befohlen, morgen und übermorgen zu Konsultationen in den Vatikan zu kommen.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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