Samstag, September 24, 2022
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Papst in L’Aquila: Besuch nährt Rücktrittsgerüchte

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Heute besucht Papst Franziskus L’Aquila. Er feiert eine Messe mit Angehörigen der Erdbebenopfer von 2009. Aber sein Besuch könnte darüber hinaus eine Bedeutung haben: sein nahender Ruhestand.

Eigentlich wollte er gar nicht Papst werden. Mit Händen und Füßen gegen die Wahl gekämpft. Doch die Kardinäle ließen sich nicht beirren und wählten den Einsiedlermönch Pietro da Morrone zum Papst Cölestin V. Das war Ende des 13. Jahrhunderts.

Und das Pontifikat des Papstes gegen seinen Willen stand unter keinem guten Stern, erklärt Vatikan-Experte Ulrich Nersinger: Coelestin trat nach nur wenigen Monaten zurück.

Es sei bekannt, dass der Papst unter großem Druck gestanden habe, sagt Nersinger. Am Ende entschloss er sich zum Rücktritt und wurde mehr oder weniger gefangen gehalten: „Er wurde isoliert. Sie wollten nicht, dass ein neuer Streit entsteht.“

Die sterblichen Überreste dieses Papstes sind in der Stadt L’Aquila in den Abruzzen in der prächtigen Kirche Santa Maria di Collemaggio begraben. Im Oktober 2009 besuchte Papst Benedikt die vom Erdbeben schwer beschädigte Basilika und legte auf dem Grab seines Vorgängers sein Pallium nieder: einen Schal aus feinster Wolle, den er bei seinem Amtsantritt erhalten hatte.

Eine symbolische Geste, deren tiefere Bedeutung sich im Februar 2013 offenbarte, als Benedikt XVI. als zweiter Papst nach Celestine, der sein Amt niederlegt. „Nach wiederholter Prüfung meines Gewissens vor Gott bin ich zu dem Schluss gekommen, dass meine Kräfte aufgrund meines fortgeschrittenen Alters nicht mehr ausreichen, um den Dienst des Petrus richtig auszuüben“, sagte er damals.

Kein Wunder bei dieser Geschichte: Der Besuch von Papst Franziskus in L’Aquila heizte die Gerüchteküche an. Der 85-Jährige sitzt seit Monaten wegen Knieschmerzen im Rollstuhl, musste sich im vergangenen Jahr einer komplizierten Darmoperation unterziehen und beantwortete immer wieder die Frage, ob er an den Ruhestand denke. Zuletzt auf dem Rückflug von seiner Reise nach Kanada.

Papst Franziskus hat gestern in einem Konsistorium 20 neue Kardinäle ernannt, von denen 16 unter 80 Jahre alt sind – also in einem möglichen Konklave stimmberechtigt sind. Franziskus hat allen Kardinälen der Weltkirche befohlen, für Montag und Dienstag nach Rom zu kommen. Das nährt auch Spekulationen über einen möglichen Rücktritt.

Das Treffen kann auch dazu dienen, neue Regeln für den Fall zu definieren, dass ein anderer Papst zurücktritt. Vatikan-Experte Nersinger kritisiert, dass diese Regeln für den emeritierten Papst Benedikt nicht existierten.

Es gibt keine offizielle Tagesordnung für das Treffen der Kardinäle Anfang dieser Woche. Auf jeden Fall können sie sich besser kennenlernen und abstimmen. Italienische Medien sprechen von einer „Generalprobe für das Konklave“, also die Papstwahl.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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