Samstag, September 24, 2022
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Papst trifft Kardinäle bei der Generalversammlung des Vatikans

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Rund 200 Kardinäle treffen sich mit Papst Franziskus zu einer Vollversammlung im Vatikan. Mit Spannung wird die Debatte um eine Neuordnung der Zentralverwaltung der katholischen Weltkirche erwartet.

Konklave-Stimmung in Rom: Papst Franziskus hat die Kardinäle der katholischen Kirche in den Vatikan eingeladen und will mit den knapp 200 Männern ungestört bleiben. Die Vollversammlung des Kollegiums findet hinter verschlossenen Türen statt. Derzeit ist keine Pressekonferenz geplant, um die Ergebnisse des Treffens vorzustellen. Im Konsistorium will Franziskus seine Kurienreform vorstellen und diskutieren. Das ist der einzige Verweis auf die Agenda des Vatikans.

Die Reform der Kurie, der mächtigen vatikanischen Behörde, war ein Auftrag, den Franziskus vom Konklave 2013 mitnahm. Sein Ziel: eine „heilsame Dezentralisierung“. Die Kurie war immer mehr Machtapparat als Dienstleister.

Das soll sich ändern, sagt der luxemburgische Kardinal Jean-Claude Hollerich: „Es ist eine Mission, die wichtig ist – eine Dienstfunktion, die sehr wichtig ist. Und all die Ambitionen, die sich vielleicht dahinter verbergen, werden auch abgeschnitten. Wenn man für fünf.“ oder zehn Jahre, dann wird es ein Dienst. Das ist gut so.“

Spitzenpositionen gibt es im Vatikan nur für einen begrenzten Zeitraum: fünf Jahre – mit der Möglichkeit, sie um weitere fünf Jahre zu verlängern. An der Spitze einer Autorität können auch Nichtpriester, Frauen oder Männer stehen. Die Behörden sollten sich regelmäßig abstimmen. Dies ist keine echte Strukturreform.

Der Papst setzt auf den Mentalitätswandel seiner Mitarbeiter. Aber es kann nicht verordnet werden. Zuletzt hatte der Vatikan in einer Stellungnahme den synodalen Weg in Deutschland an seine Stelle gesetzt. In alter vatikanischer Manier. Francis‘ Intention sei eine andere, sagt Christopher Lamb von der englischen Zeitschrift The Tablet. Es gehe um „Zuhören, Dialog, Kulturwandel“.

Für die Kardinäle ist dieses Treffen auch eine Gelegenheit, sich besser kennenzulernen. Schließlich wählt dieses Gremium den nächsten Papst. Die Ernennungspolitik von Franziskus hat dafür gesorgt, dass das Kardinalskollegium deutlich vielfältiger ist. Es gibt weniger Kardinäle aus Europa, mehr aus Asien. „Einige denken bereits über das nächste Konklave nach. Es gibt verschiedene Kandidaten mit unterschiedlichen Positionen. Und ich vermute, dass es auch Widerstand gegen Franziskus gibt.“

Am Samstag hat der Papst 20 neue Kardinäle in die Kirchenleitung berufen. Männer, von denen zunächst kein Widerstand zu erwarten ist. Sie entsprechen dem Ideal von Franziskus, arbeiten am Rande von Kirche und Gesellschaft, sind sozial engagiert und stehen für eine offene Kirche, wie der Erzbischof von Manaus in Brasilien, Kardinal Leonardo Steiner.

„Was wir in der Vergangenheit immer als Kraft hatten, ist eine synodale Kirche. Laien aus den Ureinwohnern, Bischöfe, Priester – alle nehmen an den verschiedenen Versammlungen teil. Das heißt synodale Kirche“, sagt Steiner. Eine solche Kirche ist ganz anders als die Versammlung, die heutzutage in Rom stattfindet.

Die Kardinäle unter sich, eine Generalprobe für das Konklave? Francis selbst hat Spekulationen angeheizt, indem er diese Versammlung angesetzt hat. Wird ein Rücktritt vorbereitet? „Er ist 85 Jahre alt, hat gesundheitliche Probleme, braucht einen Rollstuhl. Kann man sagen, dass jemand im Rollstuhl keine wichtige Rolle mehr spielen kann? Er macht deutlich. Ich glaube, er tut noch ein bisschen und lässt alle spekulieren.“ sagt Vatikan-Experte Lamb.

Das Konsistorium endet morgen Nachmittag mit einem Gottesdienst. Zumindest bis dahin wird in Rom weiter spekuliert.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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