Sonntag, Oktober 17, 2021
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Paradoxes Phänomen Der Anteil geimpfter Intensivpatienten steigt

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Corona-Patienten auf Intensivstationen sind fast alle ungeschützt. Doch der Anteil derer, die trotz Impfung schwer erkranken, steigt. Das RKI hat dafür eine scheinbar paradoxe Erklärung: Je mehr Menschen geimpft werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass jemand, der geimpft wurde, mit dem Virus in Kontakt kommt.

Laut einem Bericht der Funke Mediengruppe ist der Anteil geimpfter Corona-Patienten auf Intensivstationen gestiegen. Wie aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der linken Bundestagsfraktion hervorgeht, wurden 119 der 1186 Corona-Patienten, die von Mitte August bis Anfang September in Deutschland „intensivmedizinisch“ behandelt werden mussten, gegen geimpft der Virus. Dies entspricht einer Quote von rund zehn Prozent. Im Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang September lag der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen bei 1,84 Prozent (210 von 11.419 Fällen).

Die Daten stammen vom Robert Koch-Institut (RKI). Wie auch die Funke-Zeitungen berichteten, hängt der gestiegene Anteil geimpfter Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen laut Behörden und Experten vor allem mit der stark gestiegenen Zahl der Geimpften insgesamt zusammen.

Inzwischen sind mehr als 65 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zweimal gegen das Virus geimpft. Das RKI erklärte: „Es ist zu erwarten, dass im Laufe der Zeit weitere Impfdurchbrüche verzeichnet werden, da immer mehr Menschen geimpft werden und sich SARS-CoV-2 derzeit wieder ausbreitet in Kontakt. „

Laut Funke-Zeitungen hat das Gesundheitsministerium die Schutzwirkung der Impfung gegen schwere Corona-Erkrankungen hervorgehoben. „Fakt ist, dass Impfungen schützen und ein fehlender Impfschutz der Hauptgrund ist, warum Menschen mit einer Covid-19-Infektion auf der Intensivstation behandelt werden müssen“, teilte das Ministerium mit.

Der Präsident der Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner (DIVI), Gernot Marx, sagte den Funke-Zeitungen: „Die Patienten mit schweren und tödlich verlaufenden Corona-Verläufen sind in fast allen Fällen ungeimpft.“ Die Impfdurchbrüche bei schweren Verläufen liegen dagegen noch im einstelligen Prozentbereich. Zudem betrifft der Impfdurchbruch vor allem Menschen, deren „Immunsystem durch Chemotherapie oder dauerhafte Kortisonbehandlung geschwächt ist oder die älter als 80 Jahre sind“.

„Wir sehen leider auch immer mehr Menschen unter 60 Jahren mit schweren oder tödlich verlaufenden Verläufen, die nicht geimpft sind“, so der Intensivmediziner weiter. Dabei gilt: „Die Corona-Impfung ist ein wirksamer Schutz vor schweren Erkrankungen.“

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