Mittwoch, Oktober 27, 2021
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Personaler Umbruch bei der CDU im Saarland

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Zwei Wochen nach der Bundestagswahl wechseln die Christdemokraten in Saarbrücken den Generationswechsel. Dies dürfte jedoch nicht nur an dem schlechten Ergebnis liegen.

Die Post kam am Samstagnachmittag, und wie dringend sie war, stand schon in Großbuchstaben im Betreff: „Sehr dringend“. Um 17 Uhr trat der saarländische Ministerpräsident und Landesvorsitzende der CDU, Tobias Hans, im Landesbüro in Saarbrücken vor die Presse und schickte zunächst Grüße nach Berlin und Düsseldorf. „Wir haben die Bundestagswahl verloren, und das bedeutet auch, dass wir unsere Rolle akzeptieren müssen“, eine kurze Pause, „die Oppositionsrolle“. Und wenn noch jemand über eine Jamaika-Koalition nachdenken sollte? Es wäre „wahnsinnig, sich an einen Strohhalm zu klammern“.

Es ging von der Bundeshauptstadt in die Landeshauptstadt über, und was dann kam, war wirklich unerwartet.

Bei der Wahl vor zwei Wochen gewann die CDU im Saarland mit 23,6 Prozent ein historisch schlechtes Ergebnis. Sie gewann keinen der vier Wahlkreise, keine der 52 Gemeinden und verlor an einigen Stellen zweistellig. Demnach war klar: Nur die ersten beiden der Landesliste würden in den Bundestag einziehen, also Annegret Kramp-Karrenbauer, 59 Jahre alt, und Peter Altmaier, 63 Jahre alt. Nadine Schön, 38, und Markus Uhl, 41, würden nicht mehr vertreten sein. Die eine sagte, sie wolle sich aus der aktiven Politik zurückziehen und Elternzeit nehmen, der andere kündigte seine Wohnung in Berlin an.

Am Samstag verzichten die Volte, Kramp-Karrenbauer und Altmaier auf ihr Mandat und lassen die beiden Jüngeren den Vortritt. Altmaier wies darauf hin, dass wegen des schlechten Ergebnisses der Union viel zu wenige jüngere Politiker gewählt worden seien. „Wir müssen alles tun, um diese Generation zurückzugewinnen.“ Nur: Wer ist „wir“?

Nadine Schön ist seit 2009 im Bundestag und seit 2014 stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union. Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie gemeinsam mit einer Parteikollegin das Buch „Neustaat“, in dem Abgeordnete und Experten neue Aufgaben für den Staat definieren , wie künstliche Intelligenz und offene Daten. Ihr Schwerpunkt: Digitalisierung und Familienpolitik. Markus Uhl ist Generalsekretär der Saarländischen CDU, 2017 rückte er in den Bundestag auf. Dort arbeitet er unter anderem im Verkehrsausschuss.

Tobias Hans lobte den Generationswechsel, den die saarländische CDU mit diesem Wechsel vollzogen habe: „So etwas findet man in anderen Landesverbänden oder Parteien und leider auch selten auf unserer Bundesparteiebene.“ Dass sich seine CDU so schnell und so konsequent verjüngt, liegt wohl nicht nur am Rückblick, sondern auch am Ausblick: Im kommenden März wird an der Saar ein neuer Landtag gewählt.

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