Donnerstag, Februar 2, 2023
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Personalmangel in Ministerien Jede fünfte IT-Sicherheitsstelle in der Bundesregierung ist unbesetzt

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Datendiebstahl, Malware und Spionage: Cyberangriffe sind ein ernstzunehmendes Risiko. Experten für IT-Sicherheit werden daher dringend benötigt. Auch die Bundesregierung muss die wachsende Zahl offener Stellen mit Fachkräften besetzen – und hat damit große Probleme.

Die deutschen Bundesministerien haben es zunehmend schwerer, Personal zur Abwehr von Bedrohungen aus dem Cyberspace zu finden. Im Durchschnitt ist derzeit jede fünfte Stelle im Bereich IT-Sicherheit vakant. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor, die in Berlin veröffentlicht wurde. Dies bedeutet eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr, als für jede 6. Stelle kein geeigneter Kandidat gefunden werden konnte.

Die schlechten Rekrutierungszahlen sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Bundesregierung versucht, die Zahl des Cyber-Defense-Personals zu erhöhen. Die Zahl der offenen IT-Security-Stellen wächst seit 2020 kontinuierlich. Allein im vergangenen Jahr kamen 332 Stellen hinzu, was einem Zuwachs von neun Prozent entspricht.

Die meisten Stellen sind dem Bundesinnenministerium zugeordnet, auch weil das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zum Ministerium von Nancy Faeser gehört. Fast 400 neue Stellen wurden 2022 in Faesers Ministerium geschaffen, nachdem im Jahr zuvor 58 Stellen abgebaut worden waren. Hier gibt es insgesamt 2165 IT-Sicherheitsstellen, davon sind 513 unbesetzt. Das entspricht fast zwei Drittel aller offenen Stellen in diesem Bereich im Bund.

Auch das neu zugeschnittene Bundesministerium für Digitalisierung und Verkehr von Volker Wissing hat große Probleme, neue Stellen im Bereich IT-Sicherheit zu besetzen. Hier ist jede zweite Stelle im Bereich Cyber ​​Security vakant, auch weil hier viele neue Festanstellungen geschaffen wurden. Den schlechtesten Prozentsatz hat allerdings das Gesundheitsministerium von Karl Lauterbach. Hier konnten 80 Prozent aller Stellen im Bereich IT-Sicherheit nicht besetzt werden. Die absoluten Zahlen sind jedoch sehr gering: Nur 2,5 Stellen sind mit IT-Sicherheitsexperten besetzt, 8,8 Stellen sind unbesetzt.

Die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg sagte, es gebe keine erkennbare übergreifende und nachhaltige Strategie für IT-Sicherheit in der Bundesregierung. „Manche Ministerien scheinen sich einfach nicht um IT-Sicherheit zu kümmern“, kritisierte sie mit Blick auf die Zahlen des Gesundheitsministeriums. Manche Institutionen, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung, agieren völlig unbeeinflusst von Cyberwar oder der Bedrohung durch Ransomware und haben seit Jahren die gleiche, kleine Anzahl von IT-Sicherheitsbüros. „Ich habe große Sorge, dass diese Schwachstellen erfolgreich von böswilligen Dritten ausgenutzt werden, und fordere die Bundesregierung auf, diesen strukturellen Missständen endlich abzuhelfen“, sagte die digitalpolitische Sprecherin der Linksfraktion.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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