Freitag, Juni 24, 2022
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Polizei findet Blutspuren Die Sorge um vermisste Journalisten in Brasilien nimmt zu

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Ein britischer Journalist und ein Wissenschaftler untersuchen die Gewalt gegen indigene Völker an der Grenze zwischen Peru und Brasilien – einer Region, in der auch Wilderer und Drogenbanden aktiv sind. Die beiden gelten nun als vermisst. Blutspuren geben keinen Anlass zur Hoffnung.

Die Sorge um das Wohlergehen des in Brasilien verschwundenen britischen Journalisten Dom Phillips und des brasilianischen Experten für indigene Angelegenheiten, Bruno Pereira, nimmt zu. Die Polizei fand Blutspuren im Boot eines Verdächtigen, der im Zusammenhang mit dem Verschwinden am Donnerstag festgenommen wurde. Das Material werde nun untersucht, hieß es.

Der 57-jährige Phillips, der als freiberuflicher Korrespondent regelmäßig für die britische Zeitung „The Guardian“ schreibt, hatte zusammen mit Pereira im Javari-Tal nahe der Grenze zu Peru für ein Buch über Gewalt gegen Indigene recherchiert. Sie werden seit Sonntag vermisst. Goldgräber, Wilderer und Drogenbanden sind in der Region aktiv. Nach Angaben indigener Organisationen waren die Männer zuvor bedroht worden.

Am Mittwoch nahmen Ermittler den 41-jährigen Amarildo da Costa de Oliveira fest. Bei einer stichprobenartigen Kontrolle wurden laut Polizei bei dem Verdächtigen Drogen und Patronen für ein Sturmgewehr gefunden. Zeugen sagten aus, sie hätten gesehen, wie der Mann das Boot von Phillips und Pereira verfolgte.

In seinem Boot seien Blutspuren gefunden worden, teilte die Polizei mit. „Das gesammelte Material ist zur Überprüfung an Bord eines Black-Hawk-Hubschraubers nach Manaus (Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas) unterwegs.“

Pereira, der für die Regierungsbehörde für indigene Angelegenheiten (Funai) arbeitet, erhält regelmäßig Drohungen von illegalen Holzfällern und Bergleuten, die versuchen, das Land isolierter indigener Gruppen zu betreten. In den letzten Jahren hat die Gewalt in der Region aufgrund der Anwesenheit von illegalen Bergleuten, Jägern und Fischern zugenommen.

Phillips Familie hat die brasilianischen Behörden aufgefordert, mehr zu tun, um die beiden Männer ausfindig zu machen. Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro sagte, er „bete zu Gott, dass sie lebend gefunden werden“, mit „jedem Tag, der vergeht, werden die Chancen kleiner“. Allerdings bezeichnete er die Expedition der beiden als „Abenteuer“, auf das sie sich ohne angemessene Begleitung eingelassen hätten.

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