Donnerstag, August 11, 2022
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Polizei vermutet Sexualmord Was bisher über den Fall Ayleen bekannt ist

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Am Wochenende herrschte traurige Gewissheit: Die 14-jährige Ayleen ist tot. Ihr mutmaßlicher Mörder ist ein 29-jähriger Mann. Die Ermittler vermuten ein Sexualverbrechen. Aber einige Fragen sind noch offen.

Wo ist Ayleen? Lange schwingen in der Frage Angst und Sorge um das vermisste 14-jährige Mädchen aus Gottenheim mit – aber auch die Hoffnung, dass sie am Ende wohlauf gefunden wird. Die Polizei sucht seit mehr als einer Woche mit Hochdruck nach dem Schüler. Ohne Erfolg. Am vergangenen Freitag herrschte traurige Gewissheit: Ayleen ist tot. Ihre Leiche wird in einem See in Hessen gefunden, 300 Kilometer von ihrer Heimatstadt entfernt. Ein 29-jähriger Mann gilt als dringend tatverdächtig. Aber warum musste Ayleen sterben? Was bisher über den Fall bekannt ist:

Am Abend des 21. Juli verlässt Ayleen A. gegen 18 Uhr ihr Elternhaus in Gottenheim bei Freiburg, um kurz eine Freundin zu besuchen. Doch der 14-Jährige kehrt nie zurück. Tagelang durchkämmten Polizisten, Sachverständige und Freiwillige akribisch die Gegend um Gottenheim in Baden-Württemberg auf der Suche nach dem Mädchen. Auch Hubschrauber und mehrere Spürhunde sind im Einsatz.

Zudem gehen die Ermittler unzähligen Hinweisen aus der Öffentlichkeit nach. Auch mögliche Zeugen werden gesucht. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Trotz aller Bemühungen wird Ayleen nicht lebend gefunden.

Mithilfe von Handyortung und technischer Überwachung fanden die Ermittler am vergangenen Samstag schließlich die Leiche des 14-jährigen Mädchens. Er befindet sich im Teufelsee bei Wetterau nördlich von Frankfurt am Main, hunderte Kilometer von Gottenheim entfernt. Der wegen seines zugewachsenen Ufers schwer zugängliche See liegt in einem Naturschutzgebiet bei Bad Nauheim.

Wie der 14-Jährige zu Tode kam, ist laut Ermittlern noch unklar. Dass die Leiche mehrere Tage im Wasser lag, erschwerte die Arbeit des Rechtsmediziners, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg, Dieter Inhofer, auf einer Pressekonferenz. Eine erste Obduktion gab dazu keine genauen Aufschlüsse. Eine toxikologische Studie steht noch aus.

Die Ermittler vermuten bereits, wer sie getötet haben soll: Ein vorbestrafter 29-jähriger Mann aus Hessen sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Wie die Freiburger Polizei bestätigte, nahmen Ermittler den Mann in Frankfurt fest. Ihm werden Entführung Minderjähriger, sexuelle Übergriffe und Mord mit Vertuschungsabsicht vorgeworfen.

Der 29-Jährige ist bei den Behörden kein Unbekannter. Den Ermittlern zufolge kam er 2007 als Jugendlicher wegen eines versuchten Sexualdelikts in eine psychiatrische Klinik. Der Aufenthalt endete 2017. Bis zuletzt war er in einem Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter, wie der Präsident des Hessischen Landeskriminalamts, Andreas Röhrig, in Freiburg erklärt. „Am 25. Januar dieses Jahres wurde die Führungsaufsicht endgültig beendet. Nach fünf Jahren ist das hier in Hessen der Normalfall“, sagt Röhrig. Gleichzeitig wurde der Mann aus einem Programm für Sexualstraftäter entlassen, das deren Resozialisierung sicherstellen und das Rückfallrisiko verringern soll. „Er hat aber weiterhin an einem Integrationsprogramm für Intensivstraftäter teilgenommen“, erklärt der LKA-Präsident.

Der Verdächtige bestritt die Vorwürfe zunächst und schweigt nun. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Freiburg Franziska Scheuble spricht von einem dringenden Verdacht auf ein Sexualdelikt. Aufgrund der laufenden Ermittlungen kann sie derzeit keine weiteren Angaben machen.

Der Verdächtige soll vor der mutmaßlichen Tat wochenlang Kontakt mit der 14-jährigen Ayleen gehabt haben. Berichten zufolge benötigen die Ermittler riesige Datenmengen Evaluieren Sie die Kommunikation in sozialen Medien und ein Online-Spiel. „Die großen sozialen Netzwerke sind involviert und ein Spiel, ‚Fortnite‘, ist eines der größten derzeit verfügbaren Online-Spiele der Welt“, sagt Röhrig. Ob der Mann seine Identität vor dem Mädchen verheimlicht hat, ist noch unklar.

Laut den Ermittlern soll Ayleen am 22. Juli mit dem Auto nach Hessen gebracht werden. Danach hielt sich der Verdächtige offenbar bis zum 27. Juli auf einem Campingplatz auf. Zwei Tage später wird Ayleen tot im hessischen Teufelsee aufgefunden. Ob Ayleen bereits tot war, als sie dorthin gebracht wurde, oder ob sie freiwillig mit dem Verdächtigen gegangen ist, ist Teil der laufenden Ermittlungen. „Den tatsächlichen Tatort kennen wir in diesem Fall noch nicht“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger.

In der Heimat des Studenten und am fernen Fundort in Hessen herrschen Trauer und Entsetzen. „Das Schlimmste, was in einem solchen Fall passieren kann, ist passiert. Ganz Gottenheim steht unter Schock“, sagt Oberbürgermeister Christian Riesterer. Jeder kennt jeden in seinem Dorf. Zum Gedenken an das Mädchen legten die Gottenheimer vor dem Rathaus Blumen und Kerzen nieder.

Ein katholischer Pfarrer in Gottenheim sagte der „Bild“-Zeitung: „Ayleen wurde in unserer Kirche getauft.“ Für sie wurde neben dem Altar ein Platz geschaffen, wo die ganze Gemeinde um sie trauern und für das Mädchen beten konnte. „Niemand wird in seinem Schmerz allein gelassen.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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