Montag, Februar 6, 2023
StartNACHRICHTENPolizeigewalt-Debatte: Reul verteidigt die Polizei in Lützerath

Polizeigewalt-Debatte: Reul verteidigt die Polizei in Lützerath

- Anzeige -

Nach den Auseinandersetzungen am Rande der Demonstration in Lützerath hat NRW-Innenminister Reul die Polizei verteidigt. Auch für die Gewerkschaft der Polizei sei es „weitgehend nach Plan“ gelaufen.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat die Polizei bei der Anti-Kohle-Demonstration bei Lützerath am Samstag gegen Vorwürfe unverhältnismäßiger Gewaltanwendung verteidigt.

Die Polizei arbeite „hochprofessionell“, sagte Reul am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Anne Will“. Er wird jeden Fall unangemessener Polizeigewalt untersuchen lassen.

Das habe er in den vergangenen Jahren immer so gemacht, und so mache man es auch jetzt, sagte der Minister. Aber es ist nicht so, dass bei der Demonstration Massen von „verrückten Bullen“ waren. Er hätte sich gewünscht, dass sich die Organisatoren der Demonstration klar von der Gewalt distanzieren, aber das sei nicht der Fall.

Neubauer betonte, dass nach Angaben eines Sanitäters der Demonstranten viele Menschen durch die Polizei schwer verletzt worden seien. Der Protest dagegen verlief friedlich.

Nach Angaben der Polizei versuchten rund 1.000 meist maskierte „Zwischenrufer“, am Rande der Großdemonstration in den abgesperrten Bereich Lützerath einzudringen. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray gegen sie ein. Zwölf Personen wurden festgenommen oder in Gewahrsam genommen.

Nach Angaben der Polizei wurden neun Aktivisten mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Eine Sprecherin des Sanitätsdienstes der Demonstranten sagte, eine „große zwei- bis dreistellige Zahl“ von Demonstranten sei verletzt worden.

Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlief die Evakuierung im Wesentlichen wie geplant. Witterungsverhältnisse mit Dauerregen und tiefen Sümpfen erschwerten den Einsatz jedoch, sagte Andreas Roßkopf, Vorsitzender des GdP-Bezirks der Bundespolizei, der Deutschen Presse-Agentur.

Er fand es unverständlich, dass die friedlichen Teilnehmer es versäumten, „sich von den gewalttätigen Teilnehmern zu distanzieren“. Dies erschwerte es den Polizisten, „angemessen zu handeln“. Insgesamt hätten die Einsatzkräfte mit Umsicht und „dem nötigen Augenmaß“ gehandelt.

Seit Beginn der Räumung wurden 154 Ermittlungen eingeleitet. Seit Beginn der Evakuierungsaktion wurden mehr als 70 Polizisten verletzt. Am Sonntag sagte ein Sprecher jedoch, die Verletzungen seien nur teilweise auf die Gewalt der Demonstranten zurückzuführen.

RWE geht davon aus, dass der Abriss von Lützerath in Kürze abgeschlossen sein wird. Der Abbau werde voraussichtlich acht bis zehn Tage dauern, sagte ein Sprecher der „Rheinischen Post“. „Im März oder April könnte die Mine dann das ehemalige Dorf erreichen und ausheben.“ Die Polizei will vor Ort bleiben, bis der Abbau abgeschlossen ist.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare