Dienstag, Oktober 19, 2021
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Porträt Nobelpreis für Journalistin Ressa "Der Kampf ist der Weg" Für die Journalistin Maria Ressa bedeutet der Friedensnobelpreis "dass wir weiter machen was wir tun". Der 58-Jährige kämpft auf den Philippinen gegen Lügen und Propaganda der Regierung Duterte. Von Lena Bodewein.

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Für die Journalistin Maria Ressa bedeutet der Friedensnobelpreis, „dass wir weitermachen, was wir tun“. Der 58-Jährige kämpft auf den Philippinen gegen Lügen und Propaganda der Regierung Duterte.

Ein Nobelpreisträger mit Mission, Mut und einem Motto: „Mein Name ist Maria Ressa. Wir sind ‚Rappler‘.

„Wir halten die Linie“ – Maria Ressa und das von ihr mitbegründete Nachrichtenportal „Rappler“ halten die Flagge des unabhängigen investigativen Journalismus auf den Philippinen hoch. Sie gehören zu den schärfsten Kritikern von Präsident Rodrigo Duterte. Als die 2016 gewählt wurde und ihr blutiger Anti-Drogen-Krieg mit Tausenden von Toten begann, beschlossen sie, furchtlos zu berichten: über Menschenrechtsverletzungen, Verdrehung von Fakten, Lügen, versteckte Propaganda.

Für ihren Kampf gegen „Fake News“ wurde Maria Ressa vom „Time Magazine“ zu einem der Menschen des Jahres 2018 gewählt. Nicht nur für sie, sondern auch für viele andere Journalisten auf den Philippinen werden die Arbeitsbedingungen immer schwieriger. Umso glücklicher ist sie über die Verleihung des Friedensnobelpreises:

Journalisten auf den Philippinen leben oft gefährlich, es gibt immer wieder Morde oder Drohungen. Der größte Radio- und Fernsehsender des Landes hat im vergangenen Jahr keine neue Lizenz bekommen, einzelne Journalisten werden festgenommen oder beschwert. Maria Ressa selbst wurde mehrfach festgenommen. Sie wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt; sie legte jedoch Berufung ein und wurde gegen Kaution freigelassen.

Duterte tut „Rappler“ als „Fake News“ ab, finanziert von amerikanischen Konzernen, um den Philippinen zu schaden. Und im Internet wird Maria Ressa bedroht und beschimpft als Hure oder Schlampe, Schlange oder noch viel Schlimmeres. Die 58-Jährige zeigt keine Angst, sie schreckt vor nichts zurück.

Zwanzig Jahre lang arbeitete sie als investigative Journalistin für den Nachrichtensender CNN an vielen Orten in Asien. Dabei sammelte sie Erfahrungen, die sie in ihrem Heimatland eigentlich nicht wiederholen möchte.

Nichts sei der 58-Jährigen wichtiger, als die Machthaber für ihre Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen, sagte sie einmal, allen Widrigkeiten zum Trotz: „Sie wollen dich einschüchtern, belästigen, und natürlich ist das Ziel, dass wir leiser werden.“ , um ihre Lügen aufzudecken“, sagt Ressa. „Aber ich habe nichts zu verbergen, ich habe nichts falsch gemacht. Und ich bin entschlossen, die Regierung herauszufordern – ich entbinde sie nicht von ihrer Verantwortung.“

Heute sagt sie, es werde immer schwieriger – Social Media erlaubte es autoritären Politikern und Diktatoren, ihre Algorithmen zu missbrauchen. So konnten sie die Macht ergreifen und Demokratien von innen heraus untergraben. Für Maria Ressa bedeutet der Friedensnobelpreis, „dass wir weitermachen, was wir tun. Es gibt uns mehr Energie, mehr Aufmerksamkeit. Denn unser größtes Problem ist, dass so vieles von dem, wogegen wir kämpfen, im Dunkeln bleibt.“

Hoffentlich bringt die heutige Auszeichnung genügend Licht in diesen Kampf.

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