Donnerstag, Dezember 8, 2022
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Praxen bleiben Hunderte Vertragsärzte demonstrieren gegen Sparpläne

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Für 2023 wird bei den gesetzlichen Krankenkassen ein Milliardenminus erwartet. Gesundheitsminister Karl Lauterbach will deshalb Sparmaßnahmen einleiten. Vertragsärzte warnen jedoch vor drastischen Folgen für Patienten.

Hunderte Vertragsärzte haben in mehreren Bundesländern gegen die Sparpläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD protestiert. Zahlreiche Praxen blieben daher geschlossen oder schränkten ihren Betrieb ein. Der Spitzenverband der Fachärzte Deutschlands rief unter dem Motto #WaituntilTheArztComes zu bundesweiten Protesten auf. Die Ärzte wehren sich dagegen, dass ihre Honorare für Neupatienten, kurz gesagt, künftig nur noch mit einem Abschlag von rund 20 Prozent gezahlt werden sollen.

Mit Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes 2019 hätten die Praxen ihre Sprechzeiten und das Terminangebot erweitert und in zusätzliche Leistungen investiert, sagte der Hamburger Radiologe und örtliche Leiter der Protestaktion, Andreas Bollkämper. Im Gegenzug wurden die Gebühren für Neupatienten ohne Abzüge gezahlt. Wenn diese Regelung jetzt aufgehoben wird, führt das zwangsläufig zu einem schlechteren Angebot für die Patienten.

Allein in Hamburg nahmen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg mehr als 1.200 Vertragsärzte und Praxismitarbeiter teil. Auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen protestierten niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Die Ärztekammer Nord ging davon aus, dass sich hunderte Praxen in Schleswig-Holstein beteiligen würden. Die Niedersächsische Ärztekammer solidarisierte sich mit den Demonstranten.

In Baden-Württemberg seien Ärzte aus 300 Praxen gegen die geplante Änderung, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Ärztekammer Medi, Norbert Smetak. „Patienten werden weniger schnell Termine bekommen und länger warten müssen.“ Neupatienten sind Personen, die länger als zwei Jahre keine Praxis mehr besucht haben. Wenn Sie zu einem Spezialisten überwiesen werden, sind Sie auch dort ein neuer Patient.

Hintergrund der Wende ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2023 voraussichtlich um 17 Milliarden Euro einbrechen werden. Die Abschaffung der Gebührenregelung für Neupatienten in Praxen ist Teil eines geplanten Finanzpakets, um dieses Milliardendefizit auszugleichen. Außerdem sind ein zusätzlicher Bundeszuschuss von zwei Milliarden Euro, eine Reduzierung der Finanzreserven bei den Krankenkassen und ein Beitrag der pharmazeutischen Industrie geplant.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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