Mittwoch, Dezember 7, 2022
StartNACHRICHTENProteste gegen Strom und fließendes Wasser in Havanna nach Stromausfall "Jan"

Proteste gegen Strom und fließendes Wasser in Havanna nach Stromausfall "Jan"

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Auch Hurrikan „Ian“ fegte mit unbeschreiblicher Wucht über Kuba hinweg – und hinterließ tausende zerstörte Häuser und überflutete Straßen. Jetzt gehen die Menschen in der Hauptstadt Havanna auf die Straße, weil nach fünf Tagen weder die Strom- noch die Wasserversorgung wiederhergestellt sind.

Inmitten eines massiven Stromausfalls nach dem Hurrikan Ian sind in Kuba am dritten Tag in Folge seltene Proteste ausgebrochen. Am Samstagabend (Ortszeit) errichteten einige Bewohner des zentralen Stadtteils Vedado eine Straßensperre mit umgestürzten Müllcontainern an der belebten Straße Línea in der Hauptstadt Havanna. Ein paar Dutzend Teilnehmer demonstrierten dort und schlugen auf Töpfe, weil sie seit fünf Tagen weder Strom noch fließendes Wasser hatten.

Militärvertreter des sozialistischen Einparteienstaates versuchten die Einheimischen mit der Versicherung zu besänftigen, dass an der Instandsetzung der Leitungen gearbeitet werde. Aber sie wurden mit wütenden Beschwerden über die langsame Arbeit des Staates niedergeschrien. Einige Demonstranten forderten auch „Freiheit“. Später riefen sich Gegner und Unterstützer der Regierung Parolen zu.

Polizisten in Zivil nahmen mindestens eine Person fest. Auch in anderen Teilen Havannas gab es laut Berichten in sozialen Medien Proteste. Der staatliche Stromversorger UNE hatte zuvor angekündigt, dass das „Defizit bei der Stromerzeugungskapazität“ voraussichtlich den ganzen Tag andauern werde. Wie viele Menschen ohne Strom waren, wurde nicht bekannt gegeben. Am Donnerstag hieß es, zehn Prozent der Anschlüsse in Havanna hätten Strom.

„Ian“ fegte am Dienstag als Hurrikan der Kategorie 3 von 5 über den Westen des Karibikstaates. Es gab Überschwemmungen, nach Angaben der Regierung wurden Tausende Häuser und ein Großteil der Infrastruktur der Tabakindustrie in der wichtigen Anbauregion Pinar del Río zerstört. Es gab auch einen landesweiten Stromausfall. Bei vielen Menschen, auch in Gebieten der Hauptstadt, war die Stromversorgung bis Samstag nicht wiederhergestellt.

Auch die Wasserversorgung, die über elektrische Pumpen funktioniert, war betroffen. Schon vor dem Sturm war Kubas Stromnetz in schlechtem Zustand, mit häufigen Ausfällen. Diese waren auch Auslöser für Demonstrationen gegen die Regierung am 11. Juli 2021 – die wohl größten seit der kubanischen Revolution von 1959. Hunderte Teilnehmer wurden zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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