Samstag, Dezember 10, 2022
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Proteste im Iran: Wofür das kurdische Volk kämpft

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Seit dem Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini dauern die Proteste in der iranischen Provinz Kurdistan an. Die Menschen im Nordwesten kämpfen für ihre Rechte und gegen das Mullah-Regime.

Rufe nach einem Regimewechsel im Iran werden lauter. Anders als international wahrgenommen, zielen die anhaltenden Proteste nicht nur auf die Missachtung der Frauenrechte unter der Regierung der Islamischen Republik ab.

Auch die Volksgruppen des Landes kämpfen gegen das Regime. Das gilt auch für die Kurden, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung im Iran ausmachen. Doch etwa die Hälfte der politischen Gefangenen und Hingerichteten gehört der kurdischen Bevölkerung an.

Jahrzehntelang wurden sie im Iran verfolgt und diskriminiert. Im Nordwesten des Landes, in der Provinz Kurdistan, protestieren erneut Tausende Menschen gegen die systematische Unterdrückung von rund zehn Millionen Kurden im Land.

Am 16. September 2022 wurde Jina Amini von der iranischen Moralpolizei in Teheran festgenommen, nachdem sie ihren Hijab in der Öffentlichkeit unsachgemäß getragen hatte. Sie starb noch am selben Tag in Polizeigewahrsam.

Einigen der festgenommenen Regierungsgegner droht die Todesstrafe. Der 27-jährige kurdische Rapper Saman Yasin wurde kürzlich nach wochenlanger Folter zum Tode verurteilt, nachdem er Proteste unterstützt hatte, berichtet die in Oslo ansässige kurdische Menschenrechtsorganisation Hengaw.

Jina Aminis Image ist seit ihrem Tod um die Welt gegangen. Sie wurde unter ihrem iranischen Namen Mahsa bekannt, weil kurdische Namen von staatlichen Behörden im Iran nicht anerkannt werden. Jina ist Kurdin und ist der Name, den ihre Eltern ihr gegeben haben.

Das Aussprechen ihres kurdischen Namens und die Tatsache, dass Jina Amini Kurdin war, ist der US-kurdischen Akademikerin und Menschenrechtsaktivistin Narin Briar besonders wichtig:

Briar ruft daher zur weltweiten Solidarität mit kurdischen Frauen auf.

Die kurdischen Worte „Jin, Jiyan, Azadi“, was übersetzt „Frau, Leben, Freiheit“ bedeutet, sind auf Plakaten der Protestbewegung zu sehen und zum Symbol der Proteste geworden.

Der Ausruf hat Wurzeln im kurdischen Feminismus und ist stark mit den Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden verflochten. Als sich der Protest im ganzen Iran ausbreitete, wurde der Ausruf auch ins Persische übersetzt.

Die Armee geht besonders hart gegen Proteste in kurdischen Städten vor, weil die iranische Regierung Angst vor kurdischen Unabhängigkeitsbestrebungen hat. Die Demokratische Partei Iranisch-Kurdistans hingegen versichert, nicht für einen unabhängigen kurdischen Staat zu kämpfen, sondern für einen „freien und demokratischen“, aber auch föderalen Staat Iran.

Die Menschenrechtsorganisation Hengaw berichtet von Festnahmen und Tötungen in Kurdistan. Die Gebiete seien stark militarisiert und schwer bewaffnete iranische Revolutionsgarden würden täglich in die Kerngebiete der Protestbewegung entsandt, berichtete Narin Alxas aus Hengaw.

Die Lage der Kurden im Iran verschlechtert sich weiter.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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