Freitag, Februar 3, 2023
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Proteste nach Angriff auf die Schule Afghanische Frauen fordern das Recht auf Bildung

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Bei einem Selbstmordanschlag in einer Schule in Kabul sind mindestens 53 Menschen getötet worden. Seit dem Angriff gehen afghanische Frauen auf die Straße und fordern das Recht auf Bildung für alle und ein Ende der Verfolgung der schiitischen Hazara. Die Taliban begegneten den Protesten mit Gewalt.

Nach dem tödlichen Angriff auf eine Schule in Kabul sind Medienberichten zufolge den dritten Tag in Folge Menschen in Afghanistan auf die Straße gegangen. Die meisten von ihnen waren Frauen. Demonstrationen fanden zunächst in den Provinzen Kabul, Balkh, Herat und Bamyan statt. Die Demonstranten forderten das Recht der Frauen auf Bildung und ein Ende der Verfolgung von Shia Hazara. Wie lokale Medien berichteten, gingen die Taliban gewaltsam gegen die Proteste vor.

Bei einem Angriff auf eine Privatschule in Kabul sind am Freitag nach Angaben der Vereinten Nationen 53 Schüler getötet worden. 110 weitere wurden verletzt. Die meisten Opfer waren Mädchen und junge Frauen. Der Vorfall ereignete sich im Distrikt Dashte Barchi, der hauptsächlich von Hazara besiedelt ist. Niemand hat bisher von dem Angriff gewusst.

Die Taliban, die seit August 2021 in Afghanistan wieder an der Macht sind, gingen hart gegen die Demonstranten vor. Berichten zufolge kam es zu Schüssen, Schlägen und Festnahmen. Demonstranten wurden von Sicherheitskräften weggeschleppt. Studentinnen aus Mazar-i Sharif berichteten, von den Taliban in ihrem Wohnheim festgehalten worden zu sein. Videoaufnahmen auf Twitter zeigen die Frauen, die versuchen, aus dem Gebäude herauszukommen. In Herat sagte ein Student lokalen Medien, dass männliche Studenten nicht einmal an den Protesten teilnehmen dürften.

Die Taliban haben Schulen für Mädchen ab der siebten Klasse geschlossen. Universitäten und einige Privatschulen stehen Frauen jedoch weiterhin offen.

Auch Journalisten sprachen von Repressionen während der Proteste. Vielerorts durften sie sich nicht melden und seien bedroht worden, hieß es. Die Website der Tageszeitung „Hasht-e-Sobh Daily“ wurde nach eigenen Angaben gesperrt. Amnesty International verurteilte das Vorgehen der Taliban und sprach von einem „Angriff auf die freie Presse, Meinungs- und Versammlungsfreiheit“. Auch außerhalb Afghanistans kam es nach dem Angriff zu Demonstrationen. Der Hashtag „StopHazaraGenocide“ wurde auf Twitter mehr als eine Million Mal geteilt.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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