Sonntag, Januar 23, 2022
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Prozess in Berlin – Mann verstümmelt Freundin – weil sie ihn verlassen wollte

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Gefesselt, geknebelt, mit einem Messer verstümmelt: Ein Mann soll aus Rache versucht haben, die Attraktivität seiner Ex-Freundin zu zerstören. Jetzt steht er vor Gericht.

Erst brutale Rache, dann Flucht in den Iran, jetzt Prozess in Berlin: Mehr als neun Jahre nach einem fast tödlichen Angriff auf seine Freundin steht der mutmaßliche Täter seit Donnerstag in Berlin vor Gericht.

Die Anklage lautet auf versuchten Mord in zwei Anklagepunkten, Vergewaltigung und schwere Körperverletzung. Die Verteidiger des 54-Jährigen sagten zu Prozessbeginn, ihr Mandant werde sich derzeit nicht äußern. Der im Irak geborene Mann mit niederländischer Staatsangehörigkeit soll seine frühere Freundin misshandelt haben, um ihr ihre Weiblichkeit zu nehmen. Danach floh er in den Iran.

Der Angeklagte soll im Oktober 2012 in die Wohnung der Frau in Berlin-Schöneberg eingebrochen sein. Er soll sie sexuell missbraucht und ihre Brüste, Nase und ihren Genitalbereich mit einem Messer schwer verletzt haben. Zuvor hatte er ihre damals zehnjährige Tochter in einem anderen Raum eingesperrt.

Laut Staatsanwaltschaft gelang es der lebensgefährlich verletzten Frau – einer damals in Berlin lebenden Iranerin – mit letzter Kraft, ein Fenster zu erreichen. Ein Passant hörte ihren Hilferuf und alarmierte die Polizei.

Rechtsanwalt Roland Weber, der die Frau als Nebenkläger vertritt, sagte: „Die Verletzungen sind unvorstellbar grausam.“ Dank „hervorragender medizinischer Hilfe“ gehe es der Frau den Umständen entsprechend heute gut. Tatsächlich erklärte die Angeklagte, „dass er es tun musste, weil sie mit ihm Schluss machen wollte“.

Im Iran wurde der Mann Berichten zufolge wegen der nun verhandelten Vorwürfe verurteilt, saß bis zu seiner Freilassung im Mai 2019 im Gefängnis und kam dann in die Niederlande. Dort wurde er 2020 festgenommen und im Juli 2021 nach Deutschland ausgeliefert.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte sich zuvor mit der Frage beschäftigt, ob ein Fall des Verbots der Doppelbestrafung vorliegt. Zumindest im Hinblick auf die Auslieferung habe der EuGH dies verneint, hieß es. Der Prozess wird am 27. Januar fortgesetzt.

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