Samstag, Dezember 10, 2022
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Putins Rückzug angeordnet? Zelenskyj erklärt Lyman für "vollständig gelöscht"

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Bei einer weiteren Niederlage gegen die ukrainische Armee gibt Russland die strategisch wichtige Stadt Lyman auf. Nach Angaben von Präsident Selenskyj ist die Stadt vollständig unter ukrainischer Kontrolle. Das Schicksal der russischen Soldaten ist noch unklar.

Nach dem Abzug russischer Truppen aus Lyman in der Ostukraine verkündete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die volle Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt. Die Stadt sei seit 12.30 Uhr (13.30 Uhr MESZ) „komplett geräumt“, sagte der Präsident in einem nur zehn Sekunden langen Video.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, kündigte am Samstag den Abzug an und begründete den Schritt mit der Gefahr einer Einkreisung. Ukrainische Behörden hatten zuvor von rund 5.000 eingekreisten russischen Soldaten gesprochen. Noch ist unklar, wie viele Soldaten getötet oder gefangen genommen wurden.

Lyman liegt in der östlichen Region Donezk. Mit dem Fall der Stadt öffnete sich für die ukrainischen Truppen der Weg nach Kreminna und Svatowe. Beide Städte liegen in der Region Luhansk und gelten – insbesondere Swatowe – als wichtige Verkehrsknotenpunkte. Zu Beginn des Sommers erklärte die russische Armee das Gebiet Lugansk für „befreit“.

Die Militärexperten des renommierten Institute for the Study of War sehen den Abzug russischer Truppen aus Lyman „mit ziemlicher Sicherheit“ als bewusste Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Einer ersten Analyse zufolge waren es nicht die Militärkommandos, die entschieden haben, die Frontlinien in der Nähe der Städte Kupjansk oder Lyman nicht zu verstärken, sondern der Präsident selbst. Es deutet darauf hin, dass Putin sich mehr auf die Sicherung strategischer Gebiete in den Regionen Cherson und Saporischschja konzentrieren will.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht nannte die Gefangennahme von Lyman einen „riesigen Erfolg“ für die Ukraine. Die russische Armee sei dadurch „extrem geschwächt“, sagte sie der ARD. Allerdings schränkte sie ein: „Es ist ein toller Erfolg, aber es ist kein Wendepunkt.“ Die Ukraine muss weiter unterstützt werden. „Leider müssen wir damit rechnen, dass dieser Krieg Wochen und Monate dauern wird.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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