Freitag, Juni 24, 2022
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Radfahrer müssen aussteigen, der Ostsee-Express steckt wegen Überfüllung fest

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Schwarzseher warnten vor einem Zusammenbruch des Bahnverkehrs durch das 9-Euro-Ticket. Aber auch am zweiten Wochenende gab es keinen Zusammenbruch. Allerdings muss eine Region bis zur Ostsee wegen Überfüllung in der Station warten. Reisende mit Fahrrädern müssen den Zug verlassen.

Am zweiten Wochenende mit einem 9-Euro-Ticket meldete die Deutsche Bahn ein weitgehend gleichmäßiges Verkehrsaufkommen. Der Bahnverkehr sei stabil, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Nachmittag in Berlin. Allerdings gibt es die erwarteten Passagierzahlen vor allem auf touristischen Strecken im ganzen Land.

In Berlin etwa konnte ein überfüllter Regionalzug in Richtung Ostsee morgens nur mit Verspätung vom Bahnhof Gesundbrunnen abfahren. Zunächst mussten Mitarbeiter der Bahn die Fahrgäste zum Aussteigen auffordern. Dies betraf auch Fahrgäste, die mit Fahrrädern unterwegs waren.

Die Rabattaktion startete Anfang Juni. Das 9-Euro-Ticket soll Pendler unterstützen und auch dazu beitragen, neue Nutzer dauerhaft zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. Mehrere Regionalexpress-Linien an die Ostsee waren über Pfingsten verlängert worden, zusätzliche Züge werden für die Feiertage geprüft, viele Reserven gibt es aber nicht. Auch während der Kampagne werden mehrere Linien von Bauarbeiten betroffen sein.

Laut einer Umfrage bewerten mehr als 40 Prozent aller erwachsenen Deutschen das 9-Euro-Ticket positiv. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Eon Foundation unter 10.000 Bürgern durchgeführt hat. Demnach sehen 43 Prozent der befragten Bundesbürger die Einführung positiv, 38 Prozent sehen eine negative Maßnahme der Bundesregierung.

In strukturschwachen und dünn besiedelten Regionen ist die Ablehnung des Tickets am größten. „Zu den Landkreisen mit der niedrigsten Zustimmungsquote zählen die Mecklenburgische Seenplatte, Ostfriesland und Teile Frankens“, sagte ein Sprecher. In dicht besiedelten Regionen wie Hamburg, Berlin und dem Ruhrgebiet hingegen wurde die Maßnahme von mehr als 50 Prozent der Befragten deutlich befürwortet.

Der ebenfalls für drei Monate eingeführte Tankrabatt wird von nur 6 Prozent der Befragten als sinnvollste Maßnahme zur Reduzierung finanzieller Belastungen angesehen. Der Geschäftsführer der Eon-Stiftung, Stephan Muschick, sprach im Zusammenhang mit den Umfrageergebnissen von einer Spaltung der unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse zwischen Stadt und Land. „Während die Menschen in den Städten ihre Monatskarten für drei Monate geschenkt bekommen, kommt die angestrebte Benzinpreissenkung auf dem Land nicht gut an.“

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