Donnerstag, Februar 2, 2023
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Räumung fast abgeschlossen Letzte Klimaaktivisten verlassen den Tunnel in Lützerath

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Bei den Anti-Kohle-Protesten im Rheinischen Braunkohlerevier verschanzten sich zwei Aktivisten tagelang in einem selbst gegrabenen Stollen. Nun ließen sie sich überreden, die Besetzung zu beenden.

Fünf Tage nach Beginn der Evakuierung von Lützerath verließen zwei verbliebene Klimaaktivisten einen unterirdischen Tunnel unter der Siedlung. Die Aktivisten im Tunnel galten als die letzten Besetzer von Lützerath. Die Rodung des Dorfes am Rande des Braunkohletagebaus Garzweiler kann damit als nahezu abgeschlossen angesehen werden. Die Polizei hatte bereits am Sonntag die Evakuierung für abgeschlossen erklärt – bis auf die beiden Aktivisten im Tunnel. Zuerst war nicht abzusehen, wie lange es dauern würde, sie aus dem unterirdischen Gang zu holen. Die RWE-Werkfeuerwehr übernahm die als „Rettung“ bezeichnete Aktion.

Nach Angaben eines Sprechers versuchte der Energiekonzern RWE, der unter dem von seinen Bewohnern längst verlassenen Dorf Braunkohle abbauen will, die beiden Aktivisten zu einem freiwilligen Auszug zu bewegen. Ein „unmittelbarer Handlungszwang“ bestehe daher nicht. Der Tunnel liegt im Lössboden und ist stabil, so dass keine „unmittelbare Lebensgefahr“ bestehe. Die Aktivisten würden auch mit Sauerstoff versorgt.

Ein Video von zwei maskierten Personen auf der Plattform YouTube hatte seit Donnerstag für Aufsehen gesorgt. „Pinky“ und „Brain“ gaben an, im Tunnel unter Lützerath zu sein. Der Tunnel sei eine sehr effektive Form der Abwehr von Räumungen, argumentierten sie. Es ist viel schwieriger, einen Tunnel zu räumen als beispielsweise ein Baumhaus. Die Polizei hatte gesagt, sie habe Beweise dafür, dass das Video authentisch sei.

Lützerath soll einer Erweiterung des von RWE betriebenen Braunkohletagebaus Garzweiler weichen und abgerissen werden. In den vergangenen Tagen hatte die Polizei den Ort, an dem sich mehrere hundert Aktivisten aufgehalten hatten, geräumt und sich teilweise verbarrikadiert. Aktivisten hatten sich in Baumhäusern und Gebäuden verbarrikadiert, um Lützerath zu erhalten. Hunderte seien dann im Zuge der Evakuierung von der Polizei abgeführt worden oder hätten freiwillig das Protestdorf verlassen. Am Ende blieben nur die Aktivisten im Tunnel. Nach Angaben des Unternehmenssprechers sollen die Abbrucharbeiten in Lützerath am Montag fortgesetzt werden.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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