Mittwoch, November 30, 2022
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Raketenangriffe auf die Ukraine: Oberst: „Wir haben Russland unterschätzt“

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Mit dem Stromnetz greife Russland „das zentrale Nervensystem der Ukraine“ an, sagt Oberst Reisner live auf ZDFheute. Damit drohen die Erfolge der Ukrainer zunichte gemacht zu werden.

Gewalttätige russische Angriffe auf kritische Infrastrukturen treffen die Menschen in der Ukraine. In Kiew und anderen Teilen des Landes ist die Stromversorgung weitgehend unterbrochen, und in der Hauptstadt mit ihren drei Millionen Einwohnern gab es am Mittwoch kein fließendes Wasser.

Während die ukrainischen Truppen militärische Erfolge feiern, versagen sie offenbar beim Schutz wichtiger Infrastrukturen. Warum kann die Ukraine russische Raketen nicht abwehren?

Nach neun Monaten Krieg müsse der Westen erkennen, „dass die Russen immer noch Fähigkeiten haben, die wir bisher unterschätzt haben“, sagt Oberst Markus Reisner vom Österreichischen Bundesheer live auf ZDFheute. Als Beispiele nannte er den jüngsten Einsatz iranischer Marschflugkörper, ballistischer Raketen und Drohnen.

„Wir sagen uns seit Monaten, dass die russische Luftwaffe kaum noch Missionen fliegt“ oder dass russische Raketen eine sehr geringe Chance haben, getroffen zu werden. „Aber jetzt hat uns die Realität eingeholt“, sagte Reisner, als Russland beschloss, das zentrale Nervensystem der Ukraine, die Stromversorgung, anzugreifen.

Als die Russen im Oktober begannen, kritische Infrastrukturen anzugreifen, sagte Reisner, die Ukraine habe nur noch wenige Systeme, gegen die sie sich verteidigen könne. Der Westen habe bereits erste Systeme geliefert, aber „die Größe des Landes und die vielen zu schützenden Objekte machen es fast unmöglich, etwas dagegen zu unternehmen“.

Doch Europa könne nur bedingt helfen, so der österreichische Militärexperte. Während Russland sich seit Monaten, vielleicht Jahren auf diesen Krieg vorbereitet, hat Europa seine Streitkräfte seit 20 Jahren abgerüstet, alle Lager geräumt, „und jetzt versuchen sie, die Front mit dem Wenigen zu versorgen, das sie haben“. Eine 1.100 Kilometer lange Front.

Krieg könne man nur mit massiver Unterstützung führen, „aber nicht“, sagt Oberst Reisner. Die Felder leerten sich ständig. „Die Ukraine konnte ihre Offensiven im Sommer nur durchführen, weil sie bereits schwere Waffen aus dem Westen erhalten hatte.“ Doch die Vorräte reichen nicht aus, Europa versuche, „mit kleinen Lieferungen Leid und Not zu lindern“.

Um das zu ändern, müssten Waffenfähigkeiten massiv ausgebaut werden, so Reisner. Die Rüstungsindustrie wiederum bräuchte staatliche Garantien, um ihre Investitionen abzusichern. „Natürlich läuft uns hier die Zeit davon.“

Europa versuche, „das zusammenzukratzen, was man hat, und es zu liefern“. „Wir laufen rückwärts, während Russland, das wir Monat für Monat für tot erklärt haben“, jetzt die Führung übernimmt. Eine paradoxe Situation, sagt Reisner und ergänzt:

Zu den Versorgungsproblemen für die Russen, über die britische Geheimdienste immer wieder berichteten, sagt Reisner: „Wir haben gehört, dass Russland seit Kriegsbeginn Probleme hat.“ Es geht auch um einen Krieg im Informationsraum, um Einflussnahme.

„Tatsache ist, dass es Russland bisher gelungen ist, die Dynamik auf strategischer Ebene aufrechtzuerhalten, und diese Dynamik bedeutet: Wann immer die Russen entscheiden, wird es eine Angriffswelle gegen die Ukraine geben.“

In unserem Live-Blog finden Sie jederzeit die neuesten Nachrichten über Russlands Angriff auf die Ukraine:

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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