Montag, August 15, 2022
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Ramelow gedenkt der in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma

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4.300 Sinti und Roma wurden am 2. August 1944 in Auschwitz von der SS ermordet – in einer einzigen Nacht. Am heutigen Gedenktag erinnerte Bundesratspräsident Ramelow an die Tat und warnte vor einer erneuten Ausweisung.

Der Holocaust an Sinti und Roma wurde in der Erinnerungskultur lange Zeit vernachlässigt. Schließlich erklärte das EU-Parlament 2015 den 2. August zum alljährlichen „Europäischen Holocaust-Gedenktag für die Roma“. Heute haben Sinti und Roma aus ganz Europa der Ermordung von Angehörigen in der NS-Zeit im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gedacht. Es wird angenommen, dass bis zu 500.000 Menschen getötet wurden – mindestens ein Viertel der damaligen Roma-Bevölkerung in Europa.

Auch Bundesratspräsident Bodo Ramelow reiste zur internationalen Gedenkveranstaltung nach Polen. „Wir sind heute hier, um dem Schrecken ins Gesicht zu sehen und ihn damit sichtbar zu machen“, sagte der Linken-Politiker. „Sinti und Roma wurden ebenso wie Juden und andere Minderheiten zu Tode verfolgt, weil ihnen eine rassistische Ideologie das Recht auf Leben verweigerte.“ Ramelow hielt als erster deutscher Bundesratspräsident eine Rede in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Am 2. August 1944 wurden im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau rund 4.300 Sinti und Roma von der SS ermordet. „Kinder, Frauen und Männer – getötet in einer einzigen Nacht“, sagte Ramelow.

Der Thüringer Ministerpräsident wies darauf hin, dass die Wurzeln des Rassismus tief seien. „Es beginnt dort, wo Menschen nicht mit den als anders Wahrgenommenen leben können“, sagte Ramelow und fügte hinzu: „Rassismus ist eine Form der Ausgrenzung, die immer zu Gewalt führt und im Nationalsozialismus als Staatsverbrechen organisiert wurde.“

Mit Blick auf den Umgang mit Sinti und Roma nach der NS-Zeit sprach der Bundesratspräsident von einer „zweiten Verfolgung“, die es zu bewältigen gelte. Zu dem Thema ist noch mehr Forschung nötig. „Seit über 1000 Jahren leben Sinti und Roma unter uns und mit uns“, betonte Ramelow. Dennoch gibt es viel zu wenig Literatur, Film und Fernsehen über die Geschichte, Kultur und Lebenswirklichkeit der Sinti und Roma, der Jenischen und anderer Minderheiten in Deutschland und Europa. Auch die Erinnerungskultur müsse umfassender werden, forderte Ramelow. Er setzte sich für den Erhalt und die Pflege der Gräber der von den Nationalsozialisten verfolgten Sinti und Roma ein. Das Interesse an der Minderheit muss auch Schulen und andere Bildungseinrichtungen erreichen.

Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg mahnte der Bundesratspräsident, besonders darauf zu achten, «wie alle am Krieg gegen die Ukraine Beteiligten mit den Roma und anderen Minderheiten umgehen». Der Krieg darf nicht als Vorwand für die Vertreibung der Roma aus der Ukraine dienen. Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sagte, nicht nur die europäische Politik, sondern alle Menschen müssten sich gegen Diskriminierung stellen.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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