Dienstag, September 27, 2022
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Razzia wegen Exportverboten Haben deutsche Firmen Kampfstoffe nach Russland geliefert?

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Kommen Kampfstoffe aus der norddeutschen Provinz für das russische Militär? Einem Bericht zufolge steht ein Unternehmen in der Nähe von Bremen im Fokus einer Razzia. Der Vorwurf: Hochgiftige Chemikalien, mit denen Moskau Kampfstoffe herstellen kann, sollen unerlaubt exportiert worden sein.

Zollbeamte durchsuchten am Vormittag mehrere Unternehmen in Nord- und Süddeutschland. Das berichten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“. Der Verdacht: Firmenchefs sollen seit mehreren Jahren ohne Genehmigung hochgiftige Chemikalien nach Russland exportiert haben. Im Mittelpunkt der Razzia steht dem Bericht zufolge das Unternehmen Riol Chemie GmbH mit Sitz im niedersächsischen Lilienthal, nordöstlich von Bremen.

Insgesamt gibt es Durchsuchungen in sieben Firmen und Privaträumen, wie die Staatsanwaltschaft dem Bericht zufolge bestätigt hat. 50 Zollfahnder stehen im Verdacht, gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben. Bei den Chemikalien soll es sich dem Bericht zufolge um „Dual-Use-Güter“ handeln. Das sind Substanzen, die zivil und militärisch genutzt werden können. Wie die Forschungsvereinigung schreibt, gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei den fraglichen Stoffen auch um Chemikalien handelt, die als Rohstoffe für die Herstellung chemischer und biologischer Kampfstoffe verwendet werden können – etwa Senfgas oder womöglich sogar das Nervengift Nowitschok.

Die Substanzen sollen in Kleinstmengen an eine Firma in Moskau geliefert worden sein. Dies geht aus Dokumenten hervor, aus denen der Bericht zitiert. Laut russischen Medienberichten soll der russische Händler wiederum Speziallabors des russischen Militärs und des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB beliefern.

Das in der Nähe von Bremen ansässige Unternehmen soll auch in mehreren Fällen Ausrüstung nach Russland exportiert haben, die zur Herstellung biologischer und chemischer Waffen verwendet werden kann – und deren Ausfuhr daher ebenfalls eingeschränkt ist.

Das Nervengift Novichok gibt es seit den 1970er Jahren. Im März 2018, nach dem Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter, geriet der Kampfstoff international in den Fokus. Auch der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny wurde im August 2020 mit dem Stoff vergiftet. Dies konnte laut Bundesregierung im September 2020 zweifelsfrei festgestellt werden.

Novichok gilt als eines der tödlichsten Neurotoxine der Welt. Es wurde von sowjetischen Forschern entwickelt, um die Chemiewaffenkonvention zu umgehen, da es schwer zu entdecken ist.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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