Montag, Dezember 6, 2021
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Razzien in mehreren Ländern Polizei zerschlägt Geldwäschering

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Erfolgreicher Schlag gegen eine internationale Geldwäscherbande: Im Zuge der „Operation Carta Bianca“ kommt es in mehreren Bundesländern sowie in Italien und der Schweiz zu Razzien und Festnahmen. Die Angeklagten sollen in Italien seit Jahren mit gefälschten Zertifikaten für angebliche Energieeinsparungen Millionen gesammelt haben.

Die Polizei durchsuchte mehrere Länder und Bundesländer gegen eine mutmaßliche internationale Geldwäsche-Bande. In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg Durchsuchungen von Wohnungen und Gewerbeimmobilien. Gleichzeitig ging die Polizei in Italien und der Schweiz gegen mutmaßliche Mitglieder des Geldwäscherings vor.

An der „Operation Carta Bianca“ waren die italienische Finanzpolizei Guardia di Finanza Aosta, die Staatsanwaltschaft Turin, Europol und die EU-Justizbehörde Eurojust beteiligt, teilte die Staatsanwaltschaft Duisburg mit. In Italien wurden Berichten zufolge 17 Haftbefehle ausgestellt.

Die Bande soll sich in Italien in öffentliche Dienste geschlichen und durch Betrug mit Energieeffizienzzertifikaten, sogenannten weißen Zertifikaten, Geldwäsche betrieben haben. Dabei handelt es sich um ein Instrument zur Förderung der Energieeffizienz in Italien, das dort 2005 eingeführt wurde. Mit Hilfe von Scheinfirmen hat die Tätergruppe in Italien zwischen 2016 und 2020 mehr als 27 Millionen Euro für angebliche Energieeffizienzprojekte eingesackt, so die Erklärung der Duisburger Behörden. Der Geldfluss wurde mit falschen Rechnungen getarnt, zum Beispiel für angebliche Solaranlagen. Einige dieser Scheinfirmen hatten ihren Sitz im brandenburgischen Zossen.

Die Verdächtigen aus Deutschland sollen rund 15 Millionen Euro des in Italien gestohlenen Geldes gewaschen haben. Nach Abzug einer Provision von zehn Prozent hätten sie das Geld meist in bar an den italienischen Konzern zurückgezahlt. Berichten zufolge gab es mehr als 500 Überstellungen aus Italien zu Verschleierungsakten.

Nach Angaben der Guardia di Finanza und der Duisburger Behörden beschlagnahmten die Ermittler Bankkonten, Immobilien und Kryptowährungen im Wert von mehr als 40 Millionen Euro. Es besteht der Verdacht der Bildung krimineller Organisationen, des schweren Betrugs zur Erlangung öffentlicher Dienstleistungen und der Geldwäsche. Ermittler haben seit Mai 2019 europaweit Hunderte Accounts und Unternehmen unter die Lupe genommen, Dutzende von Datenträgern ausgewertet, bevor durch „umfangreiche und engagierte Recherchen“ ein Gesamtbild erstellt wurde, wie die Behörden mitteilten.

Das Verfahren richtet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg gegen 22 Beschuldigte im Alter zwischen 32 und 77 Jahren. Zu den verdächtigen Deutschen zählen zwei Inhaber von Steuerberatungs- und Treuhandgesellschaften in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sowie ein ehemaliger Steuerberater Offizier aus dem Ruhrgebiet. In Deutschland, Italien und der Schweiz wurden fünf Personen festgenommen.

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