Samstag, Oktober 1, 2022
StartNACHRICHTENReaktionen auf die Wahl in Schweden: Keine wirkliche Überraschung

Reaktionen auf die Wahl in Schweden: Keine wirkliche Überraschung

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Schweden steht vor einem politischen Richtungswechsel: von links nach rechts-konservativ. Das finden nicht alle auf den Straßen Stockholms gut – aber viele haben die Veränderung trotzdem erwartet.

Es ist Nachmittag in Stockholm, ein Frühherbsttag – und plötzlich ist vieles anders: Magdalena Andersson von den Sozialdemokraten ist als Ministerpräsidentin zurückgetreten und führt nun eine Übergangsregierung. Der Rechtsblock hat die Mehrheit im Parlament und erstmals scheinen die rechtspopulistischen Schwedendemokraten eine Rolle in einer neuen Regierung zu übernehmen.

Henrik Rober ist im Ruhestand und der Wahltag war für ihn ein Wendepunkt. Das „politische Image“ habe sich geändert, sagt der ehemalige Zahnarzt: „Die Schwedendemokraten sind ab jetzt eine akzeptierte Partei, auch wenn die Sozialdemokraten sagen, dass sie nie mit ihnen zusammenarbeiten werden. Vor fünf Jahren konnte man bestimmte Dinge nicht sagen ohne dass Sie als Politiker dafür geköpft wurden. Heute sind dieselben Äußerungen nicht mehr negativ besetzt.“

Was er damit meint: dass auch die Sozialdemokraten sagen, dass es in Schweden keine Viertel wie ein „Somalitown“ geben soll. Dass die konservativen Gemäßigten lautstark Abschiebungen für Kriminelle mit Migrationshintergrund fordern. Populistische Äußerungen sind nicht nur Sache von Rechtspopulisten. Pirjo Auvinen stimmt zu. Sie ist eine finnische Journalistin und gerade zurück nach Schweden gezogen:

Magnus Eriksson aus Stockholm zuckt mit den Schultern. Rechtspopulismus – das sei ein europaweiter Trend, glaubt er, und kein schwedisches Phänomen. „Ich denke, Schweden wird sich in die gleiche Richtung bewegen wie viele andere Länder in Europa. Genau wie in Polen, Ungarn und anderen Ländern wird man in Schweden mehr Nationalismus sehen“, sagt Eriksson. In Dänemark setzte dieser Trend früher ein. Es sei also „eine natürliche Entwicklung“, sagt Eriksonn, „auch wenn sich Schweden bisher dagegen gewehrt hat“.

Der Unterschied zu den anderen genannten EU-Ländern besteht jedoch darin, dass sie im Ausland nicht das gleiche positive Image haben wie Schweden. In Deutschland gibt es für diese euphorische Idealisierung des Landes ein Wort: das Bullerbü-Syndrom. Es beschreibt die Sehnsucht nach der idealen Gesellschaft.

Rentner Rocki Rober bezweifelt, dass das gute Image Schwedens unter der neuen politischen Situation leiden wird: „Ich glaube nicht, dass sich das Image Schwedens so sehr ändern wird. Überall sind extreme Kräfte und die Welt steht Kopf. Die Leute suchen Antworten. Viele Leute.“ haben es schwer und wollen jetzt eine Lösung.“

Und dann vergleicht sie die Schwedendemokraten mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump: Auch er habe auf das Volk gehört. Vor allem auf dem Land – genauso wie die Schwedendemokraten. Andere Parteien würden das nicht tun.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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