Dienstag, Dezember 6, 2022
StartNACHRICHTENRegime geht gegen Studenten vor Iranische Universität stellt nach Gewalt den Unterricht...

Regime geht gegen Studenten vor Iranische Universität stellt nach Gewalt den Unterricht ein

- Anzeige -


Iranische Sicherheitskräfte gingen mit massiver Gewalt gegen eine Demonstration von Studenten und Professoren an der Sharif-Universität in Teheran vor. Die Hochschulleitung reagiert und setzt den Lehrbetrieb bis auf Weiteres aus. Das Angebot von Online-Kursen dürfte an der Netzsperrung des Regimes scheitern.

Nach den gewalttätigen Unruhen an der Sharif-Universität in Teheran wurde der Unterricht bis auf Weiteres ausgesetzt. Laut dem Nachrichtenportal Aftab-News findet der Unterricht an der iranischen Universität nur noch online statt. Aufgrund der im Zusammenhang mit den systemkritischen Protesten verhängten Internetsperren ist dies laut Studierenden derzeit aber kaum machbar.

Laut lokalen Medienberichten gingen Sicherheitskräfte am Sonntagabend gewaltsam gegen Studenten vor. Polizisten und Milizionäre riegelten in der Nacht zum Montag den Campus ab. Nach Angaben des iranischen Nachrichtenportals „Emtedad“ wurden auch mehrere Professoren der Eliteuniversität geschlagen. In den sozialen Medien war von einem Polizeiangriff und „bürgerkriegsähnlichen“ Zuständen die Rede. Die iranischen Medien taten diese Berichte als übertriebene Anti-System-Stimmung ab.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat mit Entsetzen auf die Vorfälle an der Teheraner Sharif-Universität reagiert. Es sei „kaum zu ertragen, was an der Sharif-Universität im Iran passiert“, schrieb Baerbock auf Twitter. Gleichzeitig drückte sie ihre Bewunderung für die Demonstranten dort aus: „Der Mut der Iraner ist unglaublich.“ Baerbock kritisierte in diesem Zusammenhang „die rohe Gewalt des Regimes“. Dies sei „ein Ausdruck purer Angst vor der Macht von Bildung und Freiheit“.

Ähnlich äußerte sich Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger: „Schläger suchen die Stimmen der Freiheit“, schrieb sie auf Twitter. Die „mutigen Menschen, die ihr Leben für mehr Selbstbestimmung riskieren“, müssten „jetzt unsere Aufmerksamkeit und Solidarität haben“, schrieb sie auf Twitter.

Auslöser der Demonstrationen war der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini vor gut zwei Wochen. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihrer angeblich „unislamischen Ausstattung“ festgenommen. Was danach mit Amini geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus. Kritiker werfen der Sittenpolizei Gewaltanwendung vor; die Polizei bestreitet es. Seit dem Tod der jungen Frau demonstrieren Tausende Menschen im ganzen Land gegen den repressiven Kurs von Regierung und Sicherheitskräften sowie gegen das islamische System.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare