Montag, Januar 24, 2022
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Regisseur und Autor Herbert Achternbusch starb im Alter von 83 Jahren

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Herbert Achternbusch war Romancier, Dramatiker, Dichter, Filmemacher, Maler und Schauspieler. Viele seiner Werke sind provokant, vor allem seine Hassliebe zu seiner Heimat Bayern prägt ihn. Der bayerische Universalkünstler ist nun im Alter von 83 Jahren gestorben.

Der Münchner Filmemacher und Schriftsteller Herbert Achternbusch ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren, wie die Stadt München bestätigte. Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ starb er Anfang dieser Woche.

Die meisten kennen Achternbusch für seine skurrilen Filme wie „Andechser Feeling“, „Servus Bayern“ oder „The Ghost“. Er hat auch Theaterstücke, Buchveröffentlichungen und Hunderte von Bildern geschaffen. Vor allem seine Hassliebe zu seiner Heimat Bayern machte ihn aus.

Bereits in den 1970er Jahren kam Achternbusch mit der Szene deutscher Autorenfilmer um Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta in Kontakt. Seine oft mit wenig Aufwand gedrehten Strips zielten regelmäßig auf die unangepasste und subversive sowie autoritäre und bigotte bayerische Volksseele. In „Der Depp“ (1983) ließ er seinen Lieblingsfeind Franz Josef Strauß vergiften, im halbdokumentarischen „Bierkampf“ rechnet er mit einem bayerischen Heiligtum: dem Oktoberfest.

Auch sein Film „Das Gespenst“ löste 1982 Blasphemie-Vorwürfe aus. Darin zeigt Achternbusch, wie Jesus Christus von seinem Kreuz herabsteigt und mit einem jungen Vorgesetzten schläft. Unter anderem in Deutschland protestierten Hunderte Katholiken gegen die Arbeit, indem sie Kinos als Toiletten nutzten.

Achternbusch wurde als unehelicher Sohn eines Sportlehrers und eines Zahntechnikers in München geboren und wuchs im Bayerischen Wald auf. Nach dem Abitur in Cham studierte er an den Kunsthochschulen in München und Nürnberg und kam mit Gelegenheitsjobs zurecht, bevor er mit dem Schreiben begann.

Mit seinem ersten Roman „Alexanderschlacht“ sicherte er sich einen festen Platz in der literarischen Avantgarde der 70er und 80er Jahre. Für seine in rascher Folge entstandenen Theaterstücke gewann er zweimal den Mülheimer Dramatikerpreis. Sein Zweipersonenstück „Gust“ (1986) mit Sepp Bierbichler als aus der Zeit gefallener Bauer, der kurz vor dem Verlust seiner Frau steht, lief jahrelang erfolgreich an den Münchner Kammerspielen. 2017 wurde „Dogtown München“ am Münchner Volkstheater uraufgeführt, einmal mehr ein Bekenntnis zu seiner Heimatstadt.

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