Freitag, Oktober 7, 2022
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Reichsbürger und Identitäre? Malteser und Johanniter prüfen Rassismusvorwürfe

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Die Johanniter und Malteser gehen jedes Jahr auf Hunderttausende von Rettungseinsätzen. In der „taz“ werden nun jedoch schwere Rassismusvorwürfe gegen die Hilfsorganisationen in Nordrhein-Westfalen erhoben. Unter anderem sollen Menschen aufgrund ihrer Herkunft schlechter behandelt worden sein.

Die Hilfsorganisationen Malteser und Johanniter in Nordrhein-Westfalen haben laut einem Bericht der „taz“ zeitweise ein Rassismus-Problem. Dementsprechend wurden die Geburtstage von Adolf Hitler und anderen Nazi-Größen in einen Wandkalender bei den Johannitern in Köln eingetragen und ein rassistisches Spiel gespielt. Auch dort fielen Rettungskräfte als Reichsbürger und wegen ihrer Nähe zur rechtsextremen Identitären Bewegung auf. Auf einer Malteser-Rettungsstation in Nordrhein-Westfalen soll ein Mitarbeiter vor einem Einsatz gesagt haben, er würde lieber das Flüchtlingsheim anzünden, als den Flüchtlingen zu helfen. An dieser Station tauschten Mitarbeiter in einer Chatgruppe rassistische und sexistische Memes aus, berichtete die „taz“.

Die Malteser sind ein katholischer und die Johanniter ein evangelischer Verein. Beide gehen jedes Jahr auf Hunderttausende von Rettungseinsätzen. Die Organisationen versprachen eine umfassende Untersuchung der Vorwürfe. Gleichzeitig wandten sie sich gegen eine pauschale Verurteilung.

Rettungskräfte beider Rettungsstationen berichteten den Angaben zufolge von Fällen, in denen Patienten aus rassistischen Gründen schlechter behandelt worden seien. Die im Zusammenhang mit den rechtsextremen und rassistischen Vorfällen in Köln aufgefallenen Rettungskräfte arbeiten zumindest teilweise noch immer für die Johanniter Unfallhilfe. Der Mitarbeiter, der die Vorfälle 2020 intern weitgehend erfolglos angegangen war, habe die Kündigung erhalten, schreibt die „taz“.

Eine Sprecherin der Johanniter teilte mit, dass die Vorwürfe des ehemaligen Mitarbeiters bereits 2020 umfassend untersucht worden seien, jedoch keine Beweise gefunden worden seien. Die Vorwürfe werden nun erneut untersucht. „Wir bedauern auch, dass der damalige Bezirksvorstand unsere Partner in der Berufsfeuerwehr und in der Stadt Köln nicht frühzeitig informiert hat“, sagte die Sprecherin. Rassistische Vorstellungen widersprechen zutiefst der Haltung des christlichen Hilfswerks. „Gleichzeitig sind wir gegen eine pauschale Verurteilung unserer Mitarbeiter und des gesamten Rettungsdienstes.“ Ein überwältigender Anteil von ihnen bietet anderen einen tadellosen, engagierten und professionellen Service.

Ein Sprecher der Malteser sagte, ihnen seien die Vorwürfe bisher nicht bekannt gewesen. Nun wurde eine interne Überprüfung eingeleitet. Rechtsextremes und rassistisches Verhalten wird von den Maltesern klar verurteilt. „Uns sind bisher keine Berichte über rechtsextreme Vorfälle im Rettungsdienst bekannt. Wir wehren uns daher gegen pauschale Vorwürfe rassistischen Verhaltens von Rettungskräften, wie sie im Artikel angedeutet werden.“ Das Thema Rassismus soll fortan noch intensiver in den verpflichtenden Schulungen für Mitarbeiter behandelt werden.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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