Samstag, Dezember 10, 2022
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Renten stabilisieren Arbeitgeber fordern eine Überprüfung des Renteneintrittsalters

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Im Moment sind die Pensionskassen noch gut gefüllt. Doch in Zukunft wird es immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner geben. Deshalb wollen Arbeitgeber über das Rentenalter sprechen. Auch die Rentenversicherung warnt vor Handlungsbedarf – nennt aber keine konkreten Maßnahmen.

Nach dem Willen der Arbeitgeber soll die Altersgrenze für die Rente in Deutschland in absehbarer Zeit überprüft werden. Eine Entscheidung zu diesem politisch heiklen Thema sei wichtig für das Jahr 2026, sagte der Arbeitgebervertreter im Bundesvorstand der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, in Würzburg. Nach geltendem Recht wird das Renteneintrittsalter schrittweise auf die regulären 67 Jahre angehoben. Hintergrund der Debatte ist, dass es aufgrund des nahenden Rentenalters der Baby-Boomer-Generation künftig immer mehr Rentner für immer weniger Beitragszahler geben wird.

Gunkel wies darauf hin, dass es weitere Anpassungen zur künftigen Stabilisierung der Renten gebe. Unter anderem nannte er einen weiteren Anstieg der Erwerbstätigkeit – etwa bei Frauen oder durch Zuwanderung. Eine Anhebung des Regelpensionsalters ist jedoch offensichtlich. Gunkel glaubt, dass die strittige Frage im Jahr 2026 entschieden werden sollte, da dann bestimmte Rentenberechnungen durch die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 greifen würden. Gunkel verwies auch darauf, dass eine Regierungskommission zur Zukunft der Renten bereits empfohlen habe 2020, dass es 2026 eine Neubewertung zur umstrittenen Frage einer möglichen Anhebung der Altersgrenze geben soll.

Die Präsidentin der Rentenversicherung, Gundula Roßbach, sagte, der demografische Wandel erzeuge Handlungsbedarf bei der Alterssicherung. Heute kämen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter durchschnittlich etwa 35 Personen über dem Regelrentenalter. Schätzungen zufolge könnten es bis 2060 mehr als 50 sein. Roßbach widersetzte sich jedoch vehement der Schwarzmalerei. Die Herausforderungen seien zu bewältigen – auch durch „gezielte Maßnahmen“, wobei sich der Rentenpräsident nicht für oder gegen konkrete Schritte aussprach.

Roßbach betonte zudem, dass das Gesamteinkommen im Alter deutlich höher sei als die Leistungen aus der gesetzlichen Rente allein. Sie betonte beispielsweise, „dass sehr niedrige Renten isoliert betrachtet kein zuverlässiger Indikator für Altersarmut sind“. Beispielsweise hätten alleinstehende Männer mit einer gesetzlichen Rente von weniger als 250 Euro ein durchschnittliches Gesamteinkommen von knapp 2.400 Euro im Monat. In vielen Fällen fließen dann Leistungen aus dem Beamtenverhältnis oder eine Berufsrente. Während 8,3 Prozent der Gesamtbevölkerung Grundsicherung oder Sozialhilfe beziehen, sind es nur 3,2 Prozent im Rentenalter.

Ein dramatischer Kaufkraftverlust bei den Renten droht Roßbach zufolge auch durch eine hohe Inflation nicht. Zwar wird die für das kommende Jahr prognostizierte Rentensteigerung von 3,5 Prozent im Westen und mehr als 4 Prozent im Osten unter der erwarteten Inflationsrate liegen. Längerfristig würden aber die jährlichen Rentenerhöhungen bei steigenden Löhnen den Kaufkraftverlust weitgehend kompensieren, da sie der Lohnentwicklung folgten.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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