Freitag, Juni 24, 2022
StartNACHRICHTEN"Republikaner sind alle Feiglinge und Verräter"

"Republikaner sind alle Feiglinge und Verräter"

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Donald Trump will wieder an die Macht, also sollten die Demokraten ihre Samthandschuhe ausziehen. Das fordert Don Winslow, einer der bekanntesten US-Krimiautoren. Er warnt vor Trumps dunklen Plänen.

Die Welt fürchtet das: 2024 will

Donald Trump zurück ins Weiße Haus. Allerdings formiert sich bereits Widerstand, darunter auch Don Winslow, einer der erfolgreichsten Krimiautoren der USA.

Winslow will nun sogar seine Karriere aufgeben, um Trump auf seinem ganz eigenen Gebiet entgegenzutreten: Social Media. Der Amerikaner erklärt, warum Winslow die Republikanische Partei verachtet, warum sich Wladimir Putin und Donald Trump sehr ähnlich sind und worum es in dem neuen Buch des Erfolgsautors geht.

theaktuellenews: Herr Winslow, gibt es eigentlich einen Republikaner in den USA, den Sie respektieren?

Don Winslow: Republikaner verdienen nichts als Verachtung – sie sind alle Feiglinge und Verräter. Ich respektiere keinen von ihnen. Donald Trump, Mitch McConnell und Ted Cruz sind eine Schande für unser Land. Ganz zu schweigen von den anderen.

Woher kommt deine Verachtung? Ist es die Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar 2021 durch einen Mob von Trump-Anhängern?

Der Sturm auf das Kapitol war nur der Höhepunkt einer langen Reihe von Fehlschlägen der Republikanischen Partei. Damals stand das Schicksal unseres Landes und unserer Demokratie auf dem Spiel. Und was haben die Republikaner getan? Nichts! Als alles vorbei war, unterstützten sie nicht einmal ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Wenn diese Partei keine Schande für die Demokratie ist, dann weiß ich nicht, was es ist. Am besten wäre es, wenn die Republikaner einfach weggehen würden.

Diesen Gefallen werden sie dir nicht tun. Im Gegenteil, 2024 wollen sie das Weiße Haus zurückerobern.

Und ich persönlich werde meinen Teil dazu beitragen, es Ihnen so schwer wie möglich zu machen.

Tatsächlich haben Sie bereits angekündigt, Ihre erfolgreiche Schriftstellerkarriere endgültig aufzugeben – um den Republikanern und vor allem Donald Trump fortan nur noch in den sozialen Medien die Stirn zu bieten. Was motiviert Sie zu diesem Schritt?

Donald Trump ist schuld. Und die Republikanische Partei, die völlig verrückt geworden ist. Es geht um die grundlegende Frage, in was für einem Land wir Amerikaner leben wollen. Soll es ein Land sein, in dem Angst und Hass gedeihen? Das erscheint mir nicht erstrebenswert.

Tatsächlich sind Sie seit langem nicht nur Krimiautor, sondern auch politischer Aktivist. Sie haben im Präsidentschaftswahlkampf 2020 selbstproduzierte Videos gegen Donald Trump ins Netz gestellt.

Was auch sehr erfolgreich war. Die Videos hatten mehr als 250 Millionen Aufrufe auf YouTube, und Bruce Springsteen steuerte einen Song für einen Spot bei. Für den nächsten Wahlkampf habe ich schon einige Überraschungen parat. Donald Trump kann sich auf etwas gefasst machen. Auf Twitter und überall sonst. Wenn er überhaupt noch mal twittern darf.

Immer wieder betonen sie, dass die Demokratische Partei im politischen Streit mit Trump und den Republikanern zu zahnlos agieren würde. Macht es Sinn, sozusagen auf deren Niveau zu gehen?

Der Kampf gegen Trump muss viel härter werden. Bei der nächsten Präsidentschaftswahl geht es um alles. Trump wird viel mehr Schaden anrichten, wenn er wieder ins Weiße Haus einzieht. Glaub mir. Sie können diesen Mann nicht einfach mit gut gemeinten Reden daran hindern. Diese Erfahrung haben wir 2016 gemacht.

Nun gab die ehemalige First Lady Michelle Obama einst den Slogan aus: „When they go low, we go high“. „Je tiefer sie sinken, desto besser werden wir uns verhalten“, heißt es in der freien Übersetzung.

Ich habe größten Respekt vor Michelle und Barack Obama; Der Tag, an dem er zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, war einer der glücklichsten Tage meines Lebens. Und ich würde es auch vorziehen, wenn wir in einer Welt leben würden, in der alle fair und freundlich miteinander umgehen. Aber das ist einfach nicht der Fall. Am 6. Januar 2021 versuchte Donald Trump, unsere rechtmäßig gewählte Regierung mit einem Putsch zu stürzen. Warum sollte ich einen solchen Mann mit Samthandschuhen behandeln? Nein, ich werde Trump so behandeln, wie er es verdient. Auf Twitter oder sonstwo. Genau das haben die Demokraten in der Vergangenheit falsch gemacht: Sie gingen mit Löffeln zu einer Messerstecherei.

Wie war Trumps Aufstieg ins Weiße Haus überhaupt möglich? Als er seine Kandidatur ankündigte, nahm das amerikanische politische Establishment sie amüsiert auf.

Bevor er Politiker wurde, war Trump ein erfolgreicher Reality-TV-Star. Dort lernte er, wie man Menschen für sich begeistert. Außerdem hat Trump mehrere Eigenschaften: Er ist in gewisser Weise extrem ehrgeizig und ohne Skrupel. Trump ist ein Mann ohne Seele, ohne Grundüberzeugung. Macht ist das Einzige, was ihn interessiert, er ist nichts weiter als ein verlogener Faschist und Möchtegern-Diktator.

Beobachter beklagen immer wieder die aktuelle soziale Spaltung in den Vereinigten Staaten. Allerdings ist dieses Phänomen gar nicht so neu, dass sich Trump heute zunutze macht.

Natürlich ist es nicht neu. Zwischen 1861 und 1865 führten wir Amerikaner einen Bürgerkrieg, und in den 1920er Jahren hetzte der Ku Klux Klan gegen Immigranten. Und auch heute noch wird Migration befürchtet. Viele Amerikaner sind verunsichert und fürchten um ihre Existenz. Donald Trump schürt diese Angst um seine eigenen Ziele, er ist eine der verabscheuungswürdigsten Figuren in der amerikanischen Geschichte. Er ist ein unverschämter Lügner. Denn jeder gute Ökonom weiß, dass Einwanderer Arbeitsplätze schaffen, sie nehmen sie niemandem weg. In der Welt von Donald Trump sind diese Menschen jedoch nur eine Bedrohung.

Während Trump in Migranten eine Gefahr sieht, suchte er als US-Präsident die Freundschaft mit Wladimir Putin. Der Mann, der heute gegen die Ukraine kämpft.

Donald Trump hat ein ziemlich schwaches Ego. So wie Wladimir Putin. Beide brauchen die ständige Bewunderung ihrer Umgebung. Trump will mit Liebe überschüttet werden, deshalb weicht er nie einer Kundgebung aus. Tief im Inneren weiß Trump jedoch, dass er ein Bastard ist. Und Putin will vor allem geliebt werden. Aber er geht auch einen sehr bizarren Weg.

Was halten Ihre Leser eigentlich davon, dass Sie sich dem Kampf gegen Trump verschrieben haben?

Es gab ein paar Reaktionen, von denen einige wütend waren. Aber ich stehe zu meiner Entscheidung.

Als Schriftsteller verabschieden Sie sich nicht gleich, Sie haben gerade Ihren neusten Krimi „City on Fire“ als Teil eins einer Trilogie veröffentlicht. Er spielt in den 1980er Jahren in Providence, Rhode Island, USA, weit entfernt von den anderen Ihrer Romane. Wieso den?

Das Buch ist für mich eine Art Heimkehr. Ich bin in Rhode Island aufgewachsen, nicht weit von Providence. Aber es gibt noch andere Gründe für diese Wahl: Ich brauchte einen kleinen, intimen Ort, an dem alle Protagonisten des Buches glaubwürdig bekannt und befreundet sind. Im kleinen Rhode Island ist das viel glaubwürdiger als in Chicago, Los Angeles oder New York City.

Nun geht es in dem Buch um den Krieg zwischen zwei Mafia-Familien, eine irischer, die andere italienischer Herkunft. Organisierte Kriminalität kommt einem nicht unbedingt in den Sinn, wenn man an Providence, Rhode Island, denkt.

Die Leute sind immer überrascht, aber ja, damals gab es dort viele Mafiosi. Auch „City on Fire“ spielt in den 1980er Jahren, denn damals waren die Zeiten hart für die Mafia. In einer solchen Situation gibt es viel mehr Konflikte als in den fetten Jahren.

Sie sagen, es gab viele Gangster in Rhode Island. Kennst du welche?

Nehmen wir an, Sie wussten ziemlich genau, wer zur Mafia gehörte oder Verbindungen zu ihr hatte. Manchmal kam das Verbrechen relativ nahe. Als ich ungefähr 14 war, war ich in einem Restaurant und ein paar Stunden, nachdem ich gegangen war, wurden dort zwei Typen erschossen.

Das Buch ist inspiriert von der „Ilias“ des antiken Dichters Homer, die in der Schrift vom Krieg um Troja erzählt. Nun ist es ein langer Weg von Kleinasien nach Rhode Island.

Er ist auch nicht so weit im Kopf eines Schriftstellers. Aber ja, Homers „Ilias“ war die Inspiration für dieses Buch. Jeder Charakter daraus hat sein Gegenstück in „City on Fire“.

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