Freitag, Juni 24, 2022
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Rheinmetall: Sechs Marder-Panzer zur Auslieferung bereit

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Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sechs Marder-Panzer soweit modernisiert, dass sie exportiert werden können. Nun muss die Bundesregierung entscheiden, wann und ob sie in die Ukraine geliefert werden sollen.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat nach eigenen Angaben die Modernisierung der ersten Schützenpanzer vom Typ Marder abgeschlossen. Sechs Fahrzeuge seien bereits „bereit“, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Der Konzern sei dabei, 100 Marder zu reparieren, sagte Vorstandschef Armin Papperger der „Bild am Sonntag“. „Die ersten Fahrzeuge stehen bereits bereit.“ Mit Blick auf eine mögliche Lieferung in die Ukraine fügte er hinzu: „Wann und wohin die Marder geliefert werden, ist die Entscheidung der Bundesregierung.“ Papperger sagte, es seien auch 88 Leopard-I- und andere Leopard-II-Panzer zur Modernisierung im Depot.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Rüstungsgütern will Rheinmetall die Kapazitäten erhöhen. Dass es zu Lieferengpässen und Engpässen kommen wird, glaubt der CEO nicht. Er kündigte an, die Munitionsproduktion in den nächsten zwölf Monaten mindestens verdreifachen zu können. Die Infrastruktur aus dem Kalten Krieg lässt sich recht schnell reaktivieren.

Die Ukraine will, dass Deutschland schwerere Waffen hat, um sich besser gegen Russland verteidigen zu können. Rheinmetall bot daher an, die von der Bundeswehr ausgemusterten Marder zu liefern. Nach Recherchen von dpa und der Zeitung „Welt“ soll der Konzern bereits Mitte April die Lieferung von 100 Exemplaren beantragt haben. Für 88 Leopard-Kampfpanzer gilt daher ein zweiter Antrag.

Die Bundesregierung hat sich nach Öffentlichkeitslage noch nicht entschieden. Die Marder sollen ihren Plänen zufolge nur für einen Ringtausch mit Nato-Partnern genutzt werden: Länder wie Tschechien und Griechenland würden sie dann als Entschädigung erhalten, wenn sie ihrerseits alte sowjetische Panzer aus ihren Beständen in die Ukraine liefern.

Die FDP will sich in der Regierungskoalition für eine schnelle und direkte Lieferung von Schützenpanzern an die Ukraine einsetzen. „Deutschland kann und sollte mehr tun“, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Alexander Graf Lambsdorff der „Augsburger Allgemeinen“. „Wir hoffen, dass wir in der Bundesregierung dazu einen Konsens erzielen können.“

Zurückhaltender war Lambsdorff bei der Lieferung von Kampfpanzern in die Ukraine. „Beim Leopard I werden wir sehen, was die Verbündeten machen“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende. „Es gibt in der Ukraine keine französischen, britischen, italienischen oder amerikanischen Kampfpanzer. Insofern gibt es auch keine deutschen Leopard-Panzer.“



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