Freitag, Juni 24, 2022
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Rückkehr nach Deutschland Flüchtige Kindesentführer in Paraguay geben auf

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Das Drama um die beiden Impfgegner, die ihre Kinder nach Paraguay entführten, ist vorbei. Das Ehepaar, das kein alleiniges Sorgerecht hat, übergab die beiden Mädchen den örtlichen Behörden. Die anderen Eltern können sie wieder umarmen.

Die monatelange Suche nach den beiden deutschen Mädchen in Südamerika hat ein erfolgreiches Ende gefunden. Das in Paraguay wegen Kindesentführung gesuchte deutsche Auswandererehepaar hat sich laut Anwälten selbst der Polizei gestellt. „Jetzt ist alles in Ordnung. Die Suche ist beendet. Die Flucht ist beendet“, heißt es in einem Schreiben des paraguayischen Anwalts Stephan Schultheiss. „Jetzt sind alle glücklich.“

Das Ehepaar erschien freiwillig vor Polizei und Staatsanwaltschaft und übergab die Kinder. Die zehn- und elfjährigen Mädchen befinden sich nun in der Obhut der paraguayischen Behörden. Die paraguayische Polizei veröffentlichte Bilder der Flüchtlinge mit Beamten und dem Anwalt. Wie der für Entführungsfälle zuständige Polizeichef Nimio Cardozo in Asuncion sagte, sind die zehn- und elfjährigen Mädchen „gesund und in Sicherheit“ und wurden ihren jeweils anderen Eltern übergeben – die Zehnjährige ihr Mutter, die in Deutschland lebt, und die Elfjährige zu ihrem Vater. Sie werden bald wieder in Deutschland sein.

Der Vater des einen Mädchens und die Mutter des anderen Mädchens sind in zweiter Ehe miteinander verheiratet und im November letzten Jahres ohne Zustimmung ihrer jeweiligen Ex-Partner mit ihren beiden Kindern nach Paraguay ausgewandert. Nach Angaben der paraguayischen Staatsanwaltschaft verfügte das Ehepaar über einen Haftbefehl der internationalen Polizeibehörde Interpol. Schultheiss sagte, er habe sich mit dem gesuchten Paar und den Mädchen an einem unbekannten Ort getroffen. Laut „ABC Color“ fand das Treffen im Grenzgebiet zu Argentinien statt. In den kommenden Stunden sollen die Mädchen in die Hauptstadt Asunción kommen, berichtete die paraguayische Zeitung.

In einer Erklärung von Schultheiss und seinem Düsseldorfer Anwaltskollegen Ingo Bott, die die Eltern suchen, die ihre Kinder suchen, ist in den vergangenen Tagen von Verhandlungen die Rede. Nachdem es über ein halbes Jahr keinen Kontakt und kein Lebenszeichen der Geflüchteten und der Kinder gegeben hatte, meldeten sich die Gesuchten am vergangenen Freitag über einen Botendienst. „In vielen Gesprächen reifte die Erkenntnis, dass die Beendigung der Flucht die einzige Option ist – insbesondere zum Wohl des Kindes“, so die Anwälte weiter. Die Mutter des einen Mädchens und der Vater des anderen Mädchens, die aus Essen und München stammen, hätten mit ihren Kindern telefonieren können.

Die Anwälte gehen nun davon aus, dass die Kinder und das gesuchte Paar nach Abschluss der Ermittlungen in Paraguay nach Deutschland überstellt werden. Die im Ruhrgebiet lebende Mutter des zehnjährigen Mädchens bat in einer emotionalen Pressekonferenz vor Ort um Hilfe bei der Suche nach ihrem vermissten Kind. „Ich bin eine verzweifelte Mutter“, sagte sie in der paraguayischen Hauptstadt Asuncion. „Hab ein Herz für unsere Mädchen und hilf uns, sie zu finden.“

Nach Angaben der suchenden Mutter hinterließ das geflüchtete Ehepaar bei seiner Abreise im November 2021 einen Abschiedsbrief. Darin schrieben sie, dass es für die Mädchen in Deutschland keine Zukunft gebe und sie sie nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten. Vor wenigen Tagen veröffentlichten die Geflüchteten eine Videobotschaft. „Wir werden jetzt weltweit gesucht, wie Kriminelle, wie Mörder, wie Kriminelle“, sagt der Mann darin. Die Frau fügt hinzu: „Wir wollten nur unsere Kinder schützen. Wir wollen nur, dass es unseren Kindern gut geht, und jetzt wollen Sie uns trennen.“

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