Sonntag, Juni 26, 2022
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Rücktrittsspekulationen: Gerüchte um den Papst

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Die Gerüchteküche im Vatikan brodelt: Einige Insider sehen im päpstlichen Kalender Anzeichen dafür, dass Franziskus einen Rücktritt erwägt. Sicher ist bislang aber nur, dass es dem Papst gesundheitlich schlecht geht.

Papst Franziskus wird während der wöchentlichen Generalaudienz im Papamobil über den Petersplatz gefahren. An seinen Gesichtszügen sieht man, wie gerne er mit Menschen in Kontakt kommt. In der Katechese ist die Würde des Alters wieder sein Thema: „Die Alten sind die Botschafter der Zukunft, die Botschafter der Zärtlichkeit, die Botschafter der Weisheit eines gelebten Lebens.

Francis selbst ist mit seinen 85 Jahren schon im fortgeschrittenen Alter und steht unter ständiger Beobachtung. Alle sehen zu, wie er sich abmüht, von einem Stuhl aufzustehen, da er zunehmend einen Rollstuhl benutzt. Er wird von starken Knieschmerzen geplagt. Könnte er deshalb an einen Rücktritt denken?

Wie Francis stammt auch Inés San Martín aus Argentinien. Für die Online-Zeitung Crux beobachtet sie seit vielen Jahren den Vatikan. „Wir wissen genau, dass er sagte, die Ärzte wollten ihn operieren, er würde aber lieber kündigen als sich noch einmal operieren zu lassen, weil er letztes Jahr mit der Narkose während seiner Darmoperation sehr schlecht zurechtkam“, sagte er. sagt der Vatikan-Journalist.

Für sie ist diese Aussage der einzige wirkliche Hinweis des Papstes auf seine Rücktrittsbereitschaft.

Aber die Gerüchte gehen hoch. Er hat gerade 21 neue Kardinäle ernannt. Ende August werden sie im Konsistorium, der Versammlung aller Kardinäle, vorgestellt. Es ist ein ungewöhnliches Datum. Aber vielleicht wurde es aus sehr praktischen Gründen gewählt. Das Argument in Rom lautet, dass Flugtickets nach Italien im August deutlich günstiger seien als im November – gerade in Zeiten hoher Energiepreise.

Francis will aber auch am 28. August nach L’Aquila reisen. In der Stadt in den Abruzzen nimmt er an der traditionellen Wallfahrt zur Vergebung teil, die auf Papst Cölestin V. zurückgeht, den Papst, der als erster freiwillig zurückgetreten ist. Im Vatikan selbst werde die Gestik des Franziskus beim Besuch des Grabes von Cölestin genau analysiert, sagt Gudrun Sailer von „Vatican News“.

„Wenn er sein Pallium, seine Wollstola, wie damals Benedikt XVI. auf das Grab legt, wird das sicher Aufsehen erregen. Das wäre eigentlich ein Rücktritt mit Ankündigung. Also für die, die katholisch lesen, ist es ein deutliches Zeichen, ein Zeichen dass der Papst an einen Rücktritt denkt“, erklärt Sailer. Im Fall von Benedikt vergingen zwischen dieser Geste in L’Aquila und seinem Rücktritt noch vier Jahre.

Doch bis dahin ist der Pontifex noch fleißig unterwegs. Zunächst geht es in die Demokratische Republik Kongo und in den Südsudan, dann im selben Monat Juli nach Kanada. Wie wird Francis zurechtkommen, wie eingeschränkt wird seine Mobilität sein?

„Er ist ein Mann, der seinen Frust nicht verbergen kann“, sagt der Journalist San Martín. „Also werden wir alle Zeugen sein, während er voranschreitet. Und diese beiden Besuche werden meiner Meinung nach ein Lackmustest dafür sein, wie lange Papst Franziskus nach Benedikts Tod noch da sein wird, weil wir über einen Mann sprechen, der 95 Jahre alt ist jetzt, Benedikt Jahre alt.“

Einen früheren Rücktritt hält Sailer für unwahrscheinlich: „Zwei emeritierte Päpste und einen amtierenden Papst zu haben – das wäre ein Szenario, das vielen in der Kirche missfällt. Und das missfällt wahrscheinlich auch Franziskus, so meine Einschätzung.“

Franziskus schließt eine Rückkehr nach Argentinien, in seine Heimat als Pfarrer aus. Er werde in Rom sterben, sagte er vor einigen Jahren in einem Interview. Entweder als Papst. Oder als emeritierter Papst.



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