Donnerstag, Januar 20, 2022
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Russische Aktivitäten: Schweden erhöht die militärische Bereitschaft

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Russische Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine haben die Nato alarmiert. Auch Schweden reagierte auf russische Schiffe in der Ostsee und ließ Soldaten auf der Insel Gotland patrouillieren.

Angesichts verstärkter „russischer Aktivitäten“ in der Ostsee hat Schweden mehrere gepanzerte Fahrzeuge auf die Straßen der Insel Gotland geschickt und von Soldaten patrouillieren lassen. Rund zehn gepanzerte Kampffahrzeuge und Dutzende Soldaten seien am Freitag in der kleinen Hafenstadt Visby gewesen, teilte das Militär mit. Wenige Tage zuvor waren drei Schiffe der russischen Marine durch die Meerenge des Großen Belts in Dänemark in die Ostsee eingelaufen.

„Die Streitkräfte ergreifen die notwendigen Maßnahmen, um die Integrität Schwedens zu schützen und unsere Fähigkeit zu demonstrieren, Schweden und die schwedischen Interessen zu schützen“, sagte Verteidigungsminister Peter Hultqvist gegenüber AFP. Die verstärkten Patrouillen auf Gotland seien ein Zeichen dafür, dass Schweden die Situation ernst nehme und „sich nicht überraschen lasse“, sagte Hultqvist der Nachrichtenagentur TT. Die Insel Gotland liegt strategisch günstig in der Ostsee – gut 300 Kilometer von der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad entfernt.

Das schwedische Militär sagte am Donnerstagabend, dass die Einheiten „zur Verstärkung der Operationen an mehreren Orten“ eingesetzt würden, da „die russischen Aktivitäten in der Ostsee zunehmen“. Der Einsatzleiter der schwedischen Streitkräfte, Michael Claesson, dementierte jedoch, dass es sich um eine gezielte schwedische „Machtdemonstration“ handele.

Er sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Einheiten seien Teil der bereits auf der Insel stationierten Truppe. Es sei ein „natürlicher Weg, die Militärpräsenz anzupassen“. Einige der vom Militär ergriffenen Maßnahmen seien sichtbar, andere nicht, sagte Claesson. „Wir werden an verschiedenen Orten in Schweden auf unterschiedliche Weise operieren.“

Generalmajor Lena Hallin, Chefin des schwedischen Militärgeheimdienstes ST, hatte zuvor gesagt, das Land sei weit entfernt von einer normalen Sicherheitslage. „Der Trend geht seit einiger Zeit in Richtung einer schweren Sicherheitskrise in Europa und hat sich in den letzten Monaten beschleunigt.“ Es ist eine Illusion, dass die Spannungen in Europa nur vorübergehend sind.

Schweden ist zwar kein NATO-Mitglied, arbeitet aber eng mit dem Bündnis zusammen. Russland warnte das Land kürzlich vor „ernsthaften Konsequenzen“, wenn es dem Bündnis beitritt. Seit der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 hat Stockholm seine Verteidigung wieder verstärkt. 2017 wurde die Wehrpflicht wieder eingeführt.

Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarsches an der Grenze zur Ukraine befürchtet der Westen, dass Russland derzeit einen Einmarsch in das Nachbarland vorbereitet. Der Kreml bestreitet dies vehement.



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