Freitag, Juni 24, 2022
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Russlands Krieg in der Ukraine: Analysten sehen russische Zermürbungstaktik

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Seit fast vier Monaten tobt in der Ukraine Krieg. Kiew ist besorgt über den Rückgang der Unterstützung aus dem Westen. Experten zufolge könnte dies Teil der Taktik Russlands sein.

Mehr als drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges befürchtet die ukrainische Regierung Kriegsmüdigkeit und nachlassende Unterstützung aus dem Westen. Angesichts von Milliarden an Militärhilfe, der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und der historischen Einheit des Westens bei der Verhängung von Sanktionen gegen Putin kommen nun Bedenken auf, dass sich die Unterstützung stabilisieren wird.

Genau darauf könnte Moskau laut Analysten setzen: Dass der Kriegsschock nachlässt und das Interesse nachlässt. Denn je länger sich der Konflikt hinzieht und festfährt, desto größer sind aus russischer Sicht die Chancen, die Ukraine zu einer Einigung zu zwingen.

Laut der Denkfabrik Penta Center kostet jeder Kriegsmonat die Ukraine umgerechnet 4,7 Milliarden Euro. Das Land ist daher auf die Unterstützung westlicher Länder angewiesen. Der Sieg erfordert nicht nur modernere Waffen, sondern auch die Entschlossenheit des Westens, den wirtschaftlichen Druck auf Russland aufrechtzuerhalten, um Moskau zu schwächen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat wiederholt westliche Vorschläge, eine Art Kompromiss mit Russland einzugehen, rundheraus zurückgewiesen. Ihr Land wird seine Bedingungen für den Frieden schaffen.

Auch der französische Präsident Macron hörte es: Er forderte den Einsatz „diplomatischer Mittel“, anstatt Russland zu „demütigen“. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba erklärte daraufhin, dass solche Äußerungen „Frankreich und jedes andere Land, das solche Forderungen stellt, nur demütigen können“.

Gleichzeitig werden die Bedürfnisse Europas zunehmend diskutiert: Steigende Energiepreise und Rohstoffknappheit belasten die Bürger, die mit höheren Strom-, Benzin- und Lebensmittelrechnungen konfrontiert werden.

Angesichts der wirtschaftlichen Folgen hat die EU-Kommission bereits signalisiert, keine neuen Sanktionen gegen russisches Gas herbeiführen zu wollen. Die Abgeordneten bitten die Bürger bereits um finanzielle Hilfe, um die hohen Energiepreise auszugleichen, auch um sicherzustellen, dass die öffentliche Unterstützung für die Ukraine nicht nachlässt.

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