Montag, November 29, 2021
StartNACHRICHTENSchädling: Japanischer Käfer erstmals in Deutschland gefangen

Schädling: Japanischer Käfer erstmals in Deutschland gefangen

- Anzeige -


Popillia japonica ist nur etwa einen Zentimeter lang, kann aber in der Landwirtschaft enorme Schäden anrichten. Deshalb ist der hübsche Japankäfer kein beliebter Gast – einer wurde inzwischen in Baden-Württemberg gefangen.

Erstmals wurde in Deutschland ein japanischer Käfer gefangen. Das Männchen wurde Anfang November in einer sogenannten Pheromonfalle in der Nähe des Freiburger Güterbahnhofs entdeckt.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg war es bereits tot. Aber es muss lebendig gewesen sein, um in die Falle zu geraten.

Die Entdeckung des hübschen Käfers ist eine schlechte Nachricht für die Landwirtschaft. Der Japanische Käfer (Popillia japonica) kann laut Landtechnik-Zentrum (LTZ) Augustenberg vor allem an Obstbäumen, Erdbeeren, Bohnen, Mais, Weinreben, Rosen und vielen anderen Strauch- und Baumarten schwere Schäden anrichten. Die Engerlinge – also die Larven – ernähren sich wiederum hauptsächlich von Graswurzeln und könnten ganze Rasenflächen, Wiesen und Weiden massenhaft zerstören.

Der amtliche Pflanzenschutzdienst werde den Standort und weitere Risikostandorte wie Güterhöfe und Lkw-Parkplätze mit Flugbeginn im Mai nächsten Jahres genauer überwachen, teilte der Kreisratssprecher mit.

Mitte Juli wurde ein Käfermännchen in einer Pheromonfalle in der Nähe des Güterbahnhofs Basel gefangen. Deutsche Experten riefen daraufhin zur Wachsamkeit auf. Bürgerinnen und Bürger haben dem LTZ in Karlsruhe Hunderte Verdachtsfälle gemeldet. Oft ging es um andere Tiere, aber auch ein totes Exemplar des Japankäfers gab es in Baden-Württemberg.

Ausgewachsene Japankäfer sind laut LTZ etwa einen Zentimeter groß und ähneln heimischen Garten-, Mai- oder Junikäfern. Der Japanische Käfer hat jedoch fünf weiße Haarbüschel auf jeder Seite des Bauches und zwei am Ende des Körpers. Das Halsschild hat einen merklich grün-metallischen Schimmer.

Popillia japonica wird von der Europäischen Union als „prioritärer Quarantäneschädling der Union“ eingestuft. Der japanische Käfer befällt mehr als 300 Pflanzen.

Der Käfer stammt aus Nordchina und Japan und wurde in Nordamerika und Europa eingeführt. In der EU ist er bisher auf den Azoren und im Raum Mailand aufgetreten. Seit 2014 wird er in Italien beobachtet. Es wird vermutet, dass der Japankäfer aus Italien per Lkw nach Freiburg gelangte.

Um die Ausbreitung zu verhindern, müssten Pflanzentransporte eingeschränkt und engmaschige Netze eingesetzt werden. Zudem könnten Insektizide die Ausbreitung eindämmen.



Quelllink

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare