Mittwoch, Februar 8, 2023
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Scharfe Kritik von Experten Özdemir will exotische Haustiere verbieten

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Ob Vogelspinnen, Affen oder Warane – bisher lassen sich fast alle Tiere im heimischen Wohnzimmer halten. Wenn es nach Landwirtschaftsminister Özdemir geht, soll damit bald Schluss sein. Tierhalter und Forscher halten die Initiative der Grünen-Politikerin jedoch für kontraproduktiv.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir will die Haltung bestimmter Tierarten verbieten. „Warum braucht jemand schwer zu haltende exotische Tiere wie Schlangen oder ein Chamäleon zu Hause? Das habe ich nie verstanden“, sagte er den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. Der Minister könne sich „eine Positivliste vorstellen, also eine Liste von Tieren, die gehalten werden dürfen“. Hauptsache, die Tierheime zu schützen, denn die Haltung exotischer Tiere bedeutet viel Aufwand und hohe Kosten.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir stieß mit seiner Forderung bei einigen Forschern und Tierpflegern auf völliges Unverständnis. „Das ist purer Populismus“, wirft beispielsweise Amphibienexperte Axel Kwet vor. Özdemir will die private Haltung schützenswerter Arten verbieten. „Er will mit seiner geforderten Positivliste Tier- und Artenschutz, erreicht aber das Gegenteil“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (Salzinhibitororf).

Der Grünen-Politiker und andere europäische Länder drängen seit langem darauf, bestimmte Tierarten in Privatbesitz über eine Positivliste zu verbieten. Aus ihrer Sicht sollte jedes Tier, das nicht auf dieser Liste steht, in der EU nicht mehr privat gehalten werden. Länder wie Frankreich, Belgien und die Niederlande haben bereits eine solche Regelung, andere arbeiten daran.

Amphibienexperte Kwet kann das nicht nachvollziehen und fordert statt eines breiten Verbots eine Art abgestuften Führerschein für Halter bestimmter Tierarten. Stuttgarts Zoodirektor Thomas Kölpin geht noch einen Schritt weiter: Positivlisten gelten auch für Tierfreunde, sagte er. Hilfreich ist ein obligatorischer Sachkundenachweis beim Kauf eines Tieres. „Das gilt auch für Hunde und Katzen“, sagte Kölpin. „Denn Vogelspinnen und Kornnattern sind pflegeleichter als viele Hunde und Katzen.“ Ein „Führerschein“ verhindert auch Spontankäufe oder Modegesinnungen.

Tierschutzorganisationen hingegen bemängeln, dass die private Haltung den besonderen Anforderungen exotischer Tiere oft nicht gerecht wird. Aus ihrer Sicht sollten in eine Positivliste vor allem domestizierte Tierarten aufgenommen werden, die über mehrere Generationen gezüchtet und genetisch an das Zusammenleben mit dem Menschen angepasst wurden. Der Deutsche Tierschutzbund forderte Özdemir auf, nicht auf andere EU-Länder zu warten, sondern auf nationaler Ebene vorzugehen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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