Samstag, November 26, 2022
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"Schein-Demokrat" Kritik an Musks Twitter-Abstimmung über Trump

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Der umstrittene Ex-US-Präsident Trump darf wieder twittern – nach einer Online-Abstimmung hat der neue Twitter-Besitzer Musk den zuvor gesperrten Account freigeschaltet. Doch es gibt Kritik am Vorgehen: Es entspreche nicht „demokratischen Gepflogenheiten“.

Ex-Präsident Donald Trump erhielt wieder Zugang zu Twitter, nachdem die Nutzer des Netzwerks dafür gestimmt hatten. Initiiert wurde die Abstimmung vom neuen Twitter-Besitzer Elon Musk. Nur wenige Minuten, nachdem ein kleiner Prozentsatz der täglich aktiven Benutzer dafür gestimmt hatte, wurde Trumps Profil wiederhergestellt. Allerdings gibt es Kritik an diesem Vorgehen.

Die Politikwissenschaftlerin Ingrid Schneider, Professorin an der Universität Hamburg, kritisierte, dass Trumps Wiederaufnahme durch eine Online-Umfrage auf Twitter „nicht repräsentativen und demokratischen Praktiken“ entspreche. „Die ‚Umfrage‘ könnte leicht zu einem Zeitpunkt enden, an dem Musk mit dem ‚Ergebnis‘ zufrieden ist“, sagte Schneider auf Anfrage des Science Media Center.

Außerdem könnten Bots – automatisierte Programme, die nur vorgeben, ein echter Nutzer zu sein – an der Umfrage teilgenommen haben, kritisiert Schneider. „Musk wollte kürzlich eine Kommission einsetzen, die über Trumps Wiedereinstellung entscheiden soll, jetzt ‚löst‘ er diese Frage schnell und mit pseudodemokratischem Deckmantel.“

Der Politologe wirft auch einen Seitenhieb auf einen weiteren Musk-Tweet, der die Umfrage kommentiert. „Vox populi vox Dei“, schrieb Musk darin – wörtlich übersetzt bedeutet es „Die Stimme des Volkes, [ist] Gottes Stimme.“ Das Zitat stammt aus einem Brief an Karl den Großen, den einer seiner Ratgeber um das Jahr 798 schrieb. Musk hätte laut Schneider den ganzen Satz um dieses Zitat herum lesen müssen. Die deutsche Übersetzung lautet „Auf Du musst nicht hören die sagen: ‚Stimme des Volkes, Stimme Gottes‘, weil die Lärmsucht der Menge immer dem Wahnsinn sehr nahe kommt“.

Nachdem Musk Trumps Twitter-Profil reaktivieren ließ, stieg seine Follower-Zahl rasant auf fast 86 Millionen. Bevor er verboten wurde, hatte Trump mehr als 88 Millionen Anhänger. In einer ersten Reaktion war Trump allerdings wenig überzeugt von der Idee, Twitter wieder zu nutzen. „Dafür sehe ich keinen Grund“, sagte er bei einer Veranstaltung seiner Republikanischen Partei, zu der er per Video zugeschaltet war. Er wird seiner eigenen Plattform Truth Social treu bleiben. Fast 4,6 Millionen User folgen ihm dort.

Als Präsident war Twitter eines von Trumps wichtigsten Instrumenten zur Verbreitung seiner Politik und kontroversen Ansichten. Kurz vor Ende seiner Präsidentschaft wurde er jedoch am 08. Januar 2021 von den damaligen Twitter-Eigentümern suspendiert. Sein Verhalten und seine Äußerungen auf Twitter zur Erstürmung des US-Kapitols in Washington zwei Tage zuvor waren ausschlaggebend.

Musk hat Twitter Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar übernommen. Der Milliardär und Gründer des Elektroautoherstellers Tesla hatte bereits im Vorfeld erklärt, Trumps Twitter-Verbot rückgängig machen zu wollen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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