Montag, September 26, 2022
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Scherzhaft über die Erdogan-Schule droht Sängerin Gülsen nach Haft Hausarrest

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Ein Bühnenwitz über die religiösen Imam-Hatip-Schulen ist das Schicksal der türkischen Sängerin Gülsen. Sie landet wegen öffentlicher Aufstachelung zum Hass im Gefängnis. Nach Protesten rückt ihre Freilassung näher, ihre Freiheit wird wohl auch in Zukunft eingeschränkt bleiben.

Der türkische Sänger Gülsen, der wegen Scherzen über eine religiöse Bildungseinrichtung inhaftiert war, soll aus der Haft entlassen werden. Stattdessen habe ein Istanbuler Gericht den Popstar unter Hausarrest gestellt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Festnahme des beliebten Sängers hatte nicht nur bei Künstlern für große Empörung gesorgt.

Gülsen Bayraktar Colakoglu, wie sie mit vollem Namen heißt, wurde letzten Donnerstag verhaftet, weil sie einem Kollegen bei einem Konzert im April scherzhaft erzählt hatte, seine „Perversität“ sei auf seine Zeit an einer Imam-Hatip-Schule zurückzuführen. Die Imam-Hatip-Schulen sind staatliche Bildungseinrichtungen mit dem Schwerpunkt Religionsunterricht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan war Schüler einer solchen Schule. Aufgrund der zunehmenden Zahl religiöser Schulen werfen Kritiker der AKP-Regierung der säkularen Türkei eine Islamisierung vor.

Medienberichten zufolge wird Gülsen öffentliche Volksverhetzung vorgeworfen. Regierungsnahe Medien veröffentlichten kürzlich ein Video mit den Äußerungen und kritisierten die Sängerin scharf. Justizministerin Bekir Bozdag bezeichnete ihre Äußerungen laut dem staatlichen Sender TRT als „große Ungerechtigkeit“.

Zahlreiche Künstler, Oppositionspolitiker, queere Netzwerke und andere Vereine hatten Gülsens Freilassung gefordert und die Inhaftierung als rechtswidrig kritisiert – darunter auch der berühmte Sänger Tarkan. Auch einzelne Mitglieder der Regierungspartei hatten die Untersuchungshaft verurteilt. Gülsen ist bekannt für ihre öffentliche Solidarität mit LGBTQ+ und wurde dafür mehrfach von religiösen und regierungsfreundlichen Kreisen kritisiert.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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