Dienstag, August 9, 2022
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Schienenverkehr wieder geöffnet Feuer in Grunewald bleibt bestehen "enorme Gefahr"

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Seit Donnerstag brennt es im Berliner Grunewald. Die Löscharbeiten schreiten voran, aber die seit Tagen gesperrte Bahnverbindung Berlin-Potsdam wird wieder in Betrieb genommen. An den eigentlichen Brandherd an der Sprengstelle kann die Feuerwehr aber noch immer nicht heran.

Trotz Fortschritten bei den Löschmaßnahmen bleibt der Brand im Berliner Grunewald aus Sicht der Feuerwehr weiterhin sehr gefährlich. Die seit Ausbruch des Feuers am Donnerstag bestehende Sicherheitszone von 1.000 Metern rund um das Gelände wird weiterhin aufrechterhalten.

Eine Erleichterung für den Bahnverkehr gibt es aber: Die Feuerwehr hat in Absprache mit der Polizei die Zugtrasse am Rande der Sperrzone wieder freigegeben. Damit können sowohl der öffentliche Nah- als auch der Fernverkehr auf der Strecke wieder anfahren. Die Bahnstrecke verläuft zwischen den Hauptbahnhöfen in Berlin und Potsdam. S-Bahnen waren ebenso betroffen wie Regionalzüge, IC und ICE.

Der Bahnverkehr soll nach Angaben eines Sprechers schrittweise wieder aufgenommen werden. Dagegen bleibt die Avus genannte Autobahn 115, die etwas näher an der Gefahrenstelle parallel zu den Gleisen verläuft, zumindest bis Sonntag gesperrt.

Die Feuerwehr rechnet damit, dass der Sperrkreis um das Feuer noch einige Tage bestehen bleibt. „Die vom Sprengstoffexperten definierten Löschmaßnahmen am Sprengplatz und die Kühlmaßnahmen für diese drei Hotspots zeigen Wirkung“, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. Nun gilt es, die Kühlung des Platzes zuverlässig zu gewährleisten. „Auch wenn wir den Bahnverkehr freigeben, bleiben die äußeren Absperrungen bestehen“, sagte Kirstein. Die Situation am Sprengort ist noch immer nicht unter Kontrolle. „Da ist natürlich eine enorme Gefahr“, sagt Kirstein.

Dort werden gepanzerte Fahrzeuge und Roboter zur Kühlung eingesetzt. Bis zu 700 Grad wurden am Freitag gemessen. Zu neuen Messungen wollte Kirstein keine Angaben machen. „Es wird ständig überwacht“, sagte er. Susanne Bauer, Leiterin des Instituts für Kriminaltechnik der Berliner Polizei, kündigte Untersuchungen zum Sprengort an. „Wir fahren mit einem geschützten Fahrzeug hinein, um zu sehen, was sich auf der Hauptroute der Sprengstelle befindet, um dann den Löschroboter dorthin zu schicken.“ Dadurch sollen die noch heißen Bereiche weiter gekühlt werden. „Dann wird die Lage neu bewertet“, sagte Bauer.

Zur Brand- und Explosionsursache konnte sie keine Angaben machen. „Jetzt geht es um Sicherheit.“ Auf der Suche nach Gefahren, um die sich die Rettungsdienste kümmern müssten. „Wir können uns die Ursache ansehen, wenn die Sprengstelle geräumt ist, und wir können mit den Ermittlern dorthin gehen.“

Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Feuers auf den umliegenden Wald verhindern. „Wir haben immer wieder kleinere Feuernester gelöscht“, sagte Kirstein. Die Situation im unmittelbaren Umfeld der Sprengstelle muss ständig neu bewertet werden, beispielsweise ob auch ein Einsatz der Feuerwehr möglich ist. „Das erfordert aber erst einmal etwas mehr Sicherheit am Sprengplatz.“ In der Nacht zu Samstag habe es keine Explosionen mehr gegeben, hieß es.

Ferngesteuerte Roboter zur Erkundung der Sperrzone seien wegen der entspannteren Lage in der Nacht zurückgezogen worden. Die Arbeiten wurden am Samstag fortgesetzt. Die Feuerwehr und ein Spezialunternehmen setzten ein Löschfahrzeug ein. Das Feuer brach am Donnerstagabend an der Explosionsstelle aus. Tonnenweise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper wurden in Gebäuden auf dem Gelände gelagert. Explosionen waren zu hören, das Feuer breitete sich den ganzen Tag über in dem Trockenwaldgebiet aus.

Die Sprengstelle zur Vernichtung von Waffen und Sprengstoff besteht seit 1950. Zuständig ist nun die Polizei. In der Debatte um alternative Standorte äußerte sich die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion in Brandenburg, Inka Gossmann-Reetz, skeptisch. Das Berliner Umland sei mittlerweile sehr dicht besiedelt, sagte sie im rbb24-Inforadio. „Auch hier müssen wir (…) sehr aufpassen, dass wir die Menschen hier nicht in erhöhte Gefahr bringen.“ Transport und Erschütterungen sind ein hohes Risiko. Aber sie verstehe, dass Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) das Gespräch mit Brandenburg suche. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) werde hier ein offenes Ohr haben, sagte der Bundestagsabgeordnete.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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