Donnerstag, Januar 27, 2022
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Schneeeule bei Besuch des US-Kapitols in der Arktis in Washington gesichtet

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Schneeeulen leben fast das ganze Jahr über in der Nähe des Polarkreises. Im Winter zieht es viele nach Süden zur amerikanisch-kanadischen Grenze. Sie werden sie nicht Hunderte von Meilen entfernt in Washington finden. Umso größer ist die Aufregung unter Vogelbeobachtern.

Die US-Hauptstadt freut sich dieser Tage über einen sehr seltenen Besucher aus dem hohen Norden: Eine Schnee-Eule segelt seit einer Woche durch die Straßen und Parks Washingtons und sorgt bei Vogelbeobachtern für Begeisterung. „Da ist er!“ ruft einer von ihnen, der den Raubvogel wieder gesichtet hat.

Vor dem Hintergrund des beleuchteten Capitol Dome positioniert eine kleine Gruppe ihre langen Kameraobjektive neu. Motiv sind für einmal nicht die Monumente der Hauptstadt, sondern die junge Eule, die an ihrem grau-weißen Gefieder als weiblicher Vogel zu erkennen ist.

„Das ist so toll“, sagt Meleia Rose, eingehüllt in einen dicken Wintermantel. „Ich beobachte schon lange Vögel, aber das ist das erste Mal, dass ich eine Schneeeule sehe.“ Und dann gleich neben dem Capitol: „Der Kontrast zwischen Wildnis und Stadt ist atemberaubend“, schwärmt sie. Die 41-Jährige und ihr Partner organisierten einen Babysitter, um einen Blick auf das Tier zu erhaschen.

Sie wurden wie viele andere von eBird alarmiert, einem Netzwerk, das Vogelbeobachtern besonders interessante Sichtungen meldet. Benutzer haben die Schnee-Eule kürzlich in der Nähe des Hauptbahnhofs in der Nähe des Kapitols lokalisiert. Sie hat auf einem Marmorbrunnen im angrenzenden Park gehockt. Ein Paar gelbe Augen hält im Dunkeln nach einem abendlichen Snack Ausschau – wahrscheinlich eine der unzähligen Ratten der Hauptstadt.

Einer der Eulen-Fans ist kein Geringerer als Jacques Pitteloud, Schweizer Botschafter in den USA und leidenschaftlicher Hobby-Ornithologe. „Die Schneeeule steht schon lange auf meiner Liste“, sagt er. „Aber es ist wirklich außergewöhnlich, sie mitten in Washington DC zu sehen.“ Hier ist sie wirklich ein „Superstar“.

Schneeeulen leben fast das ganze Jahr über in der Nähe des Polarkreises. Im Winter ziehen viele nach Süden und verbringen Zeit an der amerikanisch-kanadischen Grenze – Hunderte von Kilometern nördlich von Washington. Es ist jetzt „wie ein Eisbär, der durch Ihre Nachbarschaft läuft“, sagt der Ornithologe Kevin McGowan. „Wie ein Geschöpf aus einer anderen Welt.“

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